Öl und Gold
Zurückhaltung bei Rohstoffen

Auf dem Rentenmarkt konnte sich Spanien gestern refinanzieren, was etwas Druck aus der Euro-Krise nahm. Doch Gerüchte über Frankreichs Bonität haben Investoren heute zurückgehalten.
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Singapur/FrankfurtDie Unsicherheit über den Verlauf der Euro-Schuldenkrise hat die Anleger einmal mehr von den Rohstoffmärkten ferngehalten. Der Goldpreis notierte auf seinem Vortagesniveau bei 1642,25 Dollar je Feinunze.
Für Kupfer wurde mit 8053,25 Dollar pro Tonne ebenfalls so viel gezahlt wie am Vortag. Lediglich der Ölpreis zog leicht an: Das Fass Brent kostete mit 119,01 Dollar 0,9 Prozent mehr als am Vortag. US-Leichtöl verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 103,03 Dollar pro Barrel. Unterstützung erhielt der Ölpreis von den Aktienmärkten, wo die Kurse nach einem unerwarteten Anstieg des deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex nach oben gingen .

Händlern zufolge kamen am Ölmarkt zudem wieder die Sorgen auf, dass die Sanktionen gegen den Iran zu Lieferengpässen führen könnten. Die Europäische Union hatte Anfang der Woche erklärt, dass sie derzeit keinen Spielraum für eine Lockerung der Sanktionen sieht. Der Iran wird verdächtigt, den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Regierung in Teheran bestreitet die Vorwürfe.

Die Erleichterung über die ohne große Probleme verlaufende Anleihe-Auktion Spaniens war gestern von Gerüchten über eine mögliche Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs zunichtegemacht worden. Zudem hatten durchwachsen ausgefallene US-Konjunkturdaten die Stimmung gedrückt. Händlern zufolge dürften die Investoren am Rohstoffmarkt die Füße still halten, so lange es nicht eine klare Richtung in der US-Wirtschaft und eine Atempause in der Euro-Schuldenkrise gibt. Zudem warteten Anleger auf Hinweise, ob China seine Geldpolitik weiter lockert.

Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Sorte Brent mit Auslieferung im Juni um 40 Cent auf 118,40 US-Dollar. US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls mit Auslieferung im Juni verteuerte sich um 42 Cent auf 103,14 Dollar, nachdem der Preis für US-Öl zur Wochenmitte noch zeitweise um mehr als zwei Dollar abgerutscht war.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten in den Fokus der Anleger am Ölmarkt rücken. Am Vormittag wird das Ifo-Geschäftsklima veröffentlicht. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer liefert Hinweise, wie stark sich die Konjunktur in der größten europäischen Volkswirtschaft entwickelt. Die Ifo-Daten geben damit auch indirekt Hinweise auf die künftige Nachfrage nach Rohöl.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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