Öl- und Goldpreis steigen
Anleger scheuen das Risiko

Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat am Montag für Nervosität an den internationalen Finanzmärkten gesorgt und die Anleger zum Kauf krisensicherer Werte wie Gold getrieben.

HB FRANKFURT. „Die ungewisse Situation im Nahen Osten überlagert alles und gibt die Richtung an den Märkten vor“, sagte Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Anleger handelten daher vorrangig sicherheitsorientiert.

Der Ölpreis kletterte wegen der Furcht vor möglichen Lieferengpässen zeitweise auf ein Rekordhoch. Sicherheitsorientierte Anleger trieben zudem den Goldpreis auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. An den im Vergleich dazu riskanteren Aktienmärkten hielten sich Investoren zurück, die führenden europäischen Indizes notierten durchweg im roten Bereich.

Die israelische Luftwaffe hat am Montag den sechsten Tag in Folge Ziele im Libanon und im Gazastreifen bombardiert. Bei den jüngsten Angriffen kamen mehr als 20 Menschen ums Leben. Die internationale Staatengemeinschaft bemühte sich um eine Verhandlungslösung: Die Vereinten Nationen (UN) erwägen nach Angaben von UN-Generalsekretär Kofi Annan die Entsendung einer zusätzlichen Beobachtertruppe.

An den Aktienmärkten schickten die Anleger die Kurse mit Verkäufen auf Talfahrt. Bis zum Nachmittag fiel der europäische Aktienindex FTSE Eurotop 300 um 0,6 Prozent auf 1270 Zähler. Der Dow Jones Stoxx 50 gab 0,45 Prozent auf 3279 Punkte nach. Auch der deutsche Leitindex Dax drehte nach anfänglichen Gewinnen ins Minus, am Nachmittag notierte der Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 5395 Punkten.

Am Rohstoffmarkt näherte sich der Ölpreis weiter der Marke von 80 Dollar. Für die Nordseesorte Brent mussten in der Spitze für ein Barrel (Fass zu 159 Litern) 78,18 Dollar gezahlt werden. Der Preis bröckelte im Verlauf aber bis auf 77 Dollar ab. „Die achtzig Dollar hat im Moment jeder im Blick“, sagte ein Händler. „Wir sind immer nach wie vor in einem Aufwärtstrend, und es sieht so aus, als würde das auch noch eine Weile so bleiben.“

Als sicheres Investment setzten Anleger wieder mal auf Gold. Eine Feinunze des Edelmetalls wurde zeitweise zu 676 Dollar gehandelt und war damit so teuer wie zuletzt Mitte Mai. Von der Sicherheitsorientierung der Anleger profitierte auch die weltweit liquideste Währung - der US-Dollar. Der Euro notierte noch gut über 1,25 Dollar, nachdem er am Freitag noch knapp an der Marke von 1,27 Dollar vorbeigeschrammt war.

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