Ölhungriges China
China rationiert schon das Benzin

Seit 2003 ist China hinter den USA größter Ölverbraucher der Erde. Und Chinas Ölbedarf ist noch lange nicht gestillt. Doch bei der uche nach neuen Bezugsquellen stößt das Riesenreich zunehmend auf Widerstand. Und auch die eigene staatliche Preiskontrolle wird zum Problem.

PEKING. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwartet, dass sich die Nachfrage der Volksrepublik in den kommenden 25 Jahren verdoppeln wird. Bislang machen China sowie die süd- und südostasiatischen Staaten rund 17 Prozent der globalen Ölnachfrage aus. Bis 2030 wird dieser Anteil laut Opec auf 29 Prozent steigen.

Der wachsende Bedarf ist die Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs. So wird etwa die Zahl der Autos auf Chinas Straßen rasant zunehmen. Benzin und Diesel werden schon jetzt immer wieder zum raren Gut: Im vergangenen Jahr musste in vier Küstenprovinzen Kraftstoff rationiert werden.

Auch die Werkbank China braucht Öl. Ob für die Produktion von Textilien, von Plastik oder von Strom – hier ist Öl der Schmierstoff für Chinas Aufschwung. Um den steigenden Bedarf zu decken, hat Peking den Traum vom Selbstversorger längst aufgegeben und importiert immer mehr Rohöl. Experten rechnen damit, dass China im Jahr 2010 fast 200 Mill. Tonnen Rohöl einführen muss – dreimal so viel wie zehn Jahre zuvor.

Die Wachstumsdynamik müsste schon stark nachlassen, so Experten, um damit eine Korrektur beim Ölpreis am Weltmarkt nach unten auszulösen. Danach sieht es kaum aus. Auch wenn Peking versucht, das Wirtschaftswachstum zu drosseln, liegt es weiter im zweistelligen Bereich und damit über den Vorgaben der Regierung.

Chinas weltweite Suche nach neuen Ölquellen stößt dagegen zunehmend auf Widerstand: So werden Geschäfte mit Ländern wie Sudan, Iran und Myanmar heftig kritisiert. Mit Japan streitet Peking seit Jahren um Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer, wo 25 Mrd. Tonnen Rohöl vermutet werden.

Zunehmend zum Problem wird für China mit den steigenden Ölpreisen die eigene staatliche Preiskontrolle. Die Raffinerien des Landes können den gestiegenen Weltmarktpreis nicht an die Verbraucher weitergeben, da ihnen (billige) Verkaufspreise von Peking vorgeschrieben werden. Die Folge ist, dass Ölkonzerne Kapazitäten ungenutzt lassen und die Produktion gebremst wird, um keine Verluste einzufahren. Chinas Regierung sorgt sich aber wegen der ohnehin hohen Inflationsrate und hat darum die heimischen Ölpreisen zunächst weiter eingefroren.

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