Ölmarkt
Opec mahnt zur Ausdauer

Trotz der Ölförderkürzung der Opec ist der Ölpreis zuletzt gefallen. Dennoch ist der Generalsekretär der Opec von der Wirkung des Deals überzeugt. Eine Verlängerung des im Juni auslaufenden Abkommens rückt näher.
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FrankfurtWie sehr die Organisation erdölexportierender Staaten ihre Ölförderung auch kürzt, noch sind die Effekte auf dem Ölmarkt nicht zu spüren. Entsprechend reagiert auch der Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo auf einem Treffen des Kontrollgremiums der Förderkürzungen in Kuwait: „Wir müssen geduldig sein und unseren starken Willen demonstrieren, damit unsere Entscheidung auch ihre Wirkung entfalten kann.“ Die Abkommenspartner müssten auf das Ziel fokussiert bleiben.

Seit Anfang des Jahres läuft der Deal, der zunächst nur bis Ende Juni dauert und bei dem sich die Opec verpflichtet hat, täglich 1,2 Millionen Barrel Öl (je 159 Liter) weniger zu fördern. Elf Nicht-Opec-Staaten, darunter Russland, Mexiko und der Oman, haben sich bereit erklärt, ihrerseits 558.000 Barrel weniger zu produzieren.

Zwar redet der Opec-Generalsekretär von Geduld. Eine Verlängerung des Abkommens über den Juni hinaus, wie es dieser Tage schon viel spekuliert wird, spricht er allerdings nicht konkret an. Ein Thema war es auf dem Treffen aber sehr wohl. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hätten sich die Opec und Vertreter der Nicht-Opec-Staaten dafür ausgesprochen, das Abkommen zu verlängern. Das ginge aus einem Entwurf für eine Pressemitteilung hervor.

Nachdem das Förderkürzungs-Abkommen Ende 2016 bekannt wurde, stieg der Ölpreis und hielt sich drei Monate lang stabil um 55 Dollar. Selbst die Internationale Energieagentur (IEA) erkennt, dass sich die Opec überraschend eng an die selbst auferlegten Vorgaben halte. Im Januar habe sie ihr Ziel übererfüllt, im Februar noch zu 91 Prozent.

Zuletzt aber fiel der Preis, zeitweise sogar unter 50 Dollar, nachdem Zweifel laut wurden, ob die Kürzung ihren Effekt erzielen würde. Denn dank der gestiegenen Preise lohnt es sich für die amerikanischen Schieferölunternehmen wieder, verstärkt an den Markt zurückzudrängen. Sie fördern wieder über neun Millionen Barrel Öl und damit nur knapp weniger als das Schwergewicht der Opec, Saudi-Arabien. Der Opec droht ein Déjà-vu: Die Schieferölunternehmen hatten den Ölpreis ab Mitte 2014 von über 110 zeitweise unter 30 Dollar je Barrel fallen lassen.

Aus den anhaltend hohen Lagerbeständen lässt sich zudem lesen, dass trotz der Kürzungen noch immer ein Überangebot am Markt herrscht. Sowohl in den USA als auch in den Industriestaaten der OECD haben die Vorräte neue Rekordniveaus erreicht. Dem Opec-Generalsekretär Barkindo zufolge liegt das nicht nur an der saisonal traditionell schwachen Nachfrage und der anziehenden Öl-Produktion in den USA. Auch in Kanada und Brasilien sei die Förderung angestiegen. Den Anstieg der Förderung aus Nicht-Opec-Staaten hatte das Kartell zunächst unterschätzt. Ging die Opec im Januar noch davon aus, dass dieser Teil des Ölmarktes 2017 nur um 120.000 Barrel pro Tag wachse, hat sie diese Schätzung im März fast um das dreifache auf 400.000 Barrel nach oben geschraubt.

Zudem habe es im letzten Quartal 2016 einen außergewöhnlich starken Zufluss in die Öllager gegeben. Dazu hat die Opec selbst auch einen gehörigen Beitrag geleistet: Denn die Mitgliedsstaaten des Kartells haben ihre Förderung allein in den letzten drei Monaten des Jahres um 500.000 Fass täglich erhöht.

Damit die Kürzungen auch Wirkung entfalten, brauche es weitere Fortschritte, und zwar von jedem einzelnen Mitgliedsstaat, das sich dem Abkommen angeschlossen hat, fordert Barkindo nun. Er strebt eine 100-prozentige Umsetzung des Deals an.

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