Ölpreis
US-Investoren droht Milliardenverlust

Als der Ölpreis über 90 Dollar pro Barrel betrug, wurden Milliarden in die US-Produktion des Rohstoffs gesteckt. Der aktuelle Ölpreis gefährdet diese Gelder. Vor allem Banken in Ölförderregionen wären betroffen.
  • 11

New YorkInvestoren haben in den vergangenen fünf Jahren rund 1,4 Billionen Dollar (1,24 Billionen Euro) in die Öl- und Gasbranche der USA gesteckt. In dieser Periode lag der Ölpreis bei durchschnittlich über 91 Dollar je Barrel. Der Investitionsschub trug dazu bei, die US-Rohölförderung auf den höchsten Stand in über 30 Jahren zu treiben, zeigen Bloomberg- Daten.

Mittlerweile sind die Ölpreisnotierungen zeitweise unter 46 Dollar je Barrel gesunken. Jeglicher Euphorie angesichts niedrigerer Energiepreise stehen Verluste gegenüber, die in Investmentfonds, Rentensparplänen und Bankbilanzen, Gewinne schmälern. Die von der Talfahrt am Ölmarkt ausgelöste Wertvernichtung summiert sich seit Juni auf insgesamt 393 Milliarden Dollar (347 Milliarden Euro).

353 Milliarden Dollar entfallen auf Kursverluste von 76 Unternehmen, die im Bloomberg Intelligence North America Exploration & Production Index enthalten sind, weitere knapp 40 Milliarden Dollar entfallen auf Kursverluste bei Hochzinsanleihen, die von US-Schiefergasförderern emittiert worden sind, wie aus einem Bloomberg Index hervorgeht.

„Das einzige, was die Leute derzeit wahrnehmen, sind die fallenden Benzinpreise“, sagte Sean Wheeler, Co-Vorsitzender des Branchenteams für den Öl- und Gassektor bei der Anwaltskanzlei bei Latham & Watkins in Houston. Bislang hätten die Leute noch nicht gemerkt, dass auch ihre Portfolios davon betroffen seien, ergänzt Wheeler.

Die Mittelzuflüsse in den Öl- und Gassektor weltweit wurden aus unterschiedlichsten Quellen gespeist. Die Branche hat in den vergangenen fünf Jahren Joint-Ventures, Investments und Abspaltungen im Volumen von 286 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht, im Zuge von Börsengängen und Aktiennotierungen flossen 353 Milliarden Dollar zu. Durch die Emission von Anleihen sowie durch Kredite wurden 786 Milliarden Dollar erlöst.

Seite 1:

US-Investoren droht Milliardenverlust

Seite 2:

Texanische Banken in Gefahr

Kommentare zu " Ölpreis: US-Investoren droht Milliardenverlust"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schön zu sehen,wie der Ölpreis bei 45 Dollar WTI nach oben derht.Bei 40 Dollar WTI liegt nämlich die Untergrenze der OPEC.Die Insider wissen das.Der Ölpreis wird nie unter 40 Dollar fallen.

  • Seit dem Ölpreishoch vom Juni 2014 sind fast 8 Monate, also 2/3 eines Jahres vorbei. Seit Januar liegen nun die Ölpreise unter 50 Dollar je Fass. Tageweise Ausreißer über 50 Dollar bestätigen nur die Regel. In wenigen Wochen endet das erste Quartal 2015. Dann müssen auch die Ölkonzerne ihre Quartalszahlen präsentieren. Die Bewertungen der Investments werden erneuert. Leicht können die Verluste in die Billionen gehen. Dieses Desaster rückt nun täglich näher. Es könnten sogar deutliche Dämpfer auf die Kapitalmärkte wirken. Droht schon wieder eine Krise? In Kürze werden wir es wissen. Auf ordentliche Recherche hoffe ich längst nicht mehr. Dafür wird um so mehr Propaganda gemeldet.

  • Herrlich, mit welchem Halbwissen hier Kommentare abgesondert werden. Der Ölpreisverfall wurde ganz überwiegend von den Saudis (indem die Fördermengen nicht reduziert wurden) verursacht, mit dem Ziel die US-Wirtschaft zu treffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%