Ölpreis
Wachsende Ölschwemme belastet

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Verluste vom Vortag ausgeweitet. Die Erwartungen an das Treffen des Ölkartells Opec, das an diesem Donnerstag stattfindet, sind nach wie vor gering.

SingapurDie Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt hat die Preise am Mittwoch gedrückt. Ein Fass (159 Liter) Brent-Öl kostete mit 49,25 Dollar bis zu 1,3 Prozent weniger als am Tag zuvor. US-Leichtöl verbilligte sich um bis zu 1,1 Prozent auf 48,55 Dollar.

Nach den jüngsten Produktionsrückgängen in Kanada und Nigeria trübe nun eine wachsende Ölschwemme aus dem Nahen Osten die Stimmung wieder ein, sagten Händler. Deshalb stehe das Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) am Donnerstag im Fokus der Investoren. "Viele Opec-Mitglieder wollen wachsen, Förderkürzungen könnten sie an diesen Zielen hindern", kommentierten die Analysten von Morgan Stanley. Viele Opec-Mitglieder aus dem Nahen Osten haben im Kampf um Marktanteile ihre Lieferungen nach Asien ausgeweitet.

Indes treibt das schwächelnde Wirtschaftswachstum Chinas Analysten Sorgenfalten auf die Stirn. "Unsere Volkswirte fürchten, dass die April-Daten die Schwäche Chinas demonstrieren werden.(...) Die Zahlen zur Öl-Nachfrage sollten diese Sorgen verstärken", erläuterte Morgan Stanley. Auch andere Analysten sehen eine Übersättigung am Weltmarkt und rechnen nicht mit höheren Ölpreisen in diesem Jahr.

Dennoch haben die Ölpreise seit Anfang April mehr als zwanzig Prozent zugelegt, vor allem wegen der niedrigeren Versorgung aus Kanada nach verheerenden Waldbränden und politischen Unruhen in Afrika. Vergangene Woche hatte Brent erstmals seit sieben Monaten die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Fass überschritten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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