Ölpreise
Opec misstraut dem China-Faktor

Die Aussage der Opec überrascht auf dem ersten Blick. Im nächsten Jahr soll die Nachfrage nach Öl stärker sinken als erwartet. Schuld daran trage die weltweite Rezession. Unterstützung bei der Preisstabilität erhält die Fördergemeinschaft von unerwarteter Seite: China stützt den Ölpreis.

LONDON. Vorwand für sinkende Förderquoten oder ernstgemeinte Prognose? Die Opec rechnet im kommenden Jahr mit einer stärker sinkenden Nachfrage nach ihrem Öl. Schuld daran seien die großen Vorräte und der nur langsam wieder anziehende Bedarf nach der Rezession, teilte die Organisation erdölexportierender Länder am Dienstag in ihrem Monatsbericht mit. 2010 werde die Nachfrage nach Opec-Öl im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 27,97 Mio. Barrel pro Tag (bpd) betragen - 480 000 bpd weniger als in diesem Jahr. Bislang hatte die Fördergemeinschaft lediglich ein Minus von 380 000 bpd erwartet.

Ihre Prognose für die weltweite Nachfrage nach Öl behielt die Opec hingegen bei. Im laufenden Jahr erwartet das Kartell nach wie vor einen Rückgang um 1,65 Mio. bpd, bevor die Nachfrage 2010 wegen der zu erwartenden Wirtschaftserholung wieder um 500 000 bpd zulegen wird. Die Opec fördert mehr als ein Drittel des weltweiten Öls.

Derweil haben kräftig gestiegene Rohölimporte des weltweit zweitgrößten Ölverbrauchers China haben den Preis für das "schwarze Gold" am Dienstag angeschoben. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 70,98 Dollar 0,5 Prozent höher. Der Preis der Nordsee-Ölsorte Brent legte um 0,6 Prozent auf 73,93 Dollar zu. Die chinesischen Rohölimporte kletterten im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 4,62 Millionen Barrel pro Tag und schürten Händlern zufolge die Spekulation auf eine weiter anziehende Nachfrage.

Auf die Stimmung drückten hingegen die Ergebnisse des Opec-Monatsberichts. Entgegen der Erwartungen von Analysten beließ die Organisation erdölexportiertender Länder (Opec) ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage für dieses und das kommende Jahr unverändert. Demnach soll der Verbrauch 2009 um 1,65 Millionen Barrel abnehmen und 2010 um 500.000 Barrel pro Tag steigen. Experten hatten wegen der verbesserten Konjunkturaussichten mit einer Aufwärtsrevision der Schätzungen gerechnet. Zudem werde die Nachfrage nach Opec-Öl im kommenden Jahr stärker fallen als zuvor von der Organisation in Aussicht gestellt worden war. Die Opec begründete dies mit einem höheren Angebot von Nicht-Mitgliedern und einer nur langsamen Wirtschaftserholung.

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