Olympische Spiele
Die gekaufte Goldmedaille

Olympia-Medaillen gelten als höchste Auszeichnung im Sport. Einmal verliehen, sind sie unschätzbar wertvoll für die Athleten. Das denken Sie! Auch Goldmedaillen werden zu Geld gemacht. Ein lohnendes Geschäft.
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DüsseldorfBernhard Winter liegt nur knapp hinter Rekordolympiasieger Michael Phelps. Zwar fehlen ihm acht Goldmedaillen, um an die Sammlung des US-Schwimmstars heranzukommen. Aber schon zehn Medaillen seien für ihn relativ viel, findet der Münzhändler aus Düsseldorf. Er ist einer der wenigen Anbieter für Olympische Memorabilia weltweit.

Die Goldmedaillen sind Sammlerstücke, hinter denen echte Werte stehen. Manche Exemplare sind komplett aus Gold. Das hat auf den Marktwert aber keinen Einfluss, nur die einstigen Gewinner und Austragungsorte zählen.

Viele Goldstücke eignen sich sogar als Geldanlage mit guten Rendite-Aussichten, sagt Münzhändler Bernhard Winter. Eine Goldmedaille von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin habe vor zwanzig Jahren 10.000 DM gekostet. Heute sei diese Medaille das gleiche in Euro wert. Anleger müssten sich vor dem Kauf aber gut über die jeweiligen Medaillen informieren, rät der Medaillenexperte.

Denn die Preisunterschiede sind erheblich. Normalerweise kosten Siegermedaillen wenige Tausend Euro. „Eigentlich müssten die viel teurer sein“, sagt Winter. Von den mehr als 4000 vergebenen Goldmedaillen seit 1904 (davor gab es Silbermedaillen oder Pokale für die Sieger) sei nur ein wahnsinnig geringer Bruchteil auf dem Markt.

25.000 Euro bezahlte ein Bieter für die bisher teuerste Goldmedaille bei Winters Olympia-Auktionen; sie wurde 1936 bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen verliehen. International machte vor zwei Jahren ein Verkauf in den USA Schlagzeilen: eine Goldmedaille von den Winterspielen 1980 erlöste 310.000 Dollar. Das US- Eishockeyteam hatte damals im Finale den Erzrivalen aus der Sowjetunion geschlagen. Als Erinnerung an dieses Ereignis zahlte der Bieter erheblich mehr als üblich für Olympische Medaillen.

Nur Wohltätigkeitsauktionen können noch höhere Beträge einbringen.  Wladimir Klitschko versteigerte Anfang des Jahres seine Goldmedaille aus Atlanta für eine Million US-Dollar. Und er hatte Glück: der Bieter gab ihm nach der Auktion die Medaille zurück. Auf den Marktwert haben solche Versteigerungen keinen Einfluss, sagen Experten. Nicht einmal das Gold spielt eine Rolle.

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