Opec-Entscheidung gilt als symbolischer Schritt
Knappe Lagervorräte lassen Ölpreis steigen

Während der Ölpreis auf den internationalen Märkten auf den Beschluss der Opec nach Händlerangaben kaum reagierte, löste die Meldung über den erneuten Rückgang der amerikanischen Lagervorräte einen Preisanstieg aus.

HB WIEN. Leichtes US-Öl legte in New York um 71 Cent auf 45,10 Dollar zu. Auch die Nordseesorte Brent verteuerte sich in London und stieg um 52 Cent auf 42,25 Dollar. Die Lagervorräte schrumpften in der vergangenen Woche um 7,1 Millionen Barrel, hatte das amerikanische Energieministerium in Washington mitgeteilt.

Zuvor hatte die Opec angekündigt, ab November erneut ihre offizielle Fördermenge um eine Million Barrel pro Tag anzuheben, um den anhaltend hohen Ölpreis zu senken. Die tägliche Fördermenge werde von 26 auf 27 Mill. Barrel (je 159 Liter) pro Tag erhöht, teilten mehrere Opec-Minister am Mittwoch in Wien am Rande der Konferenz der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) mit.

Die Ölpreise reagierten kaum auf die Entscheidung. Die Anhebung sei ein symbolischer Schritt und habe kaum Einfluss auf die tatsächlichen Produktionsmengen, sagte ein Händler. Diese liegen schon seit Monaten über den Quoten, so dass die Entscheidung keine Auswirkungen am Ölmarkt hatte. Der Beschluss sei ein Signal an die Märkte, dass das Kartell seinen derzeitigen Ausstoß beibehalten wolle, sagte Irans Ölminister Bijan Namdar Zangeneh. „Das wird einen psychologischen Effekt auf die Preise haben“, versicherte er.

Die elf Staaten des Kartells hatten auf Grund der steigenden Nachfrage in China und hoher Ölpreise ihre Fördergrenze in den vergangenen Wochen bereits um zwei Mill. Barrel überschritten. Hinzu kommen weitere zwei Mill. Barrel aus dem Irak, der seit 1990 nicht mehr in das Quotensystem eingebunden ist. "Die Opec fördert zwei Mill. Barrel über der offiziellen Grenze. Nun haben wir die Hälfte davon legitimiert", sagte Zangeneh. Sein kuwaitischer Amtskollege Sheik Ahmad al-Sabah bezeichnete die Entscheidung als Geste an die Abnehmerstaaten. Er glaube nicht, dass mit dieser Entscheidung mehr Öl auf die Märkte komme. "Wir suchen nach Stabilität für den Markt und arbeiten dabei mit den anderen zusammen, um sicherzustellen, dass der Preis ein guter Preis für die Abnehmer sein wird."

Bereits im Sommer hatte die Opec ihre Förderquoten angehoben, ohne die Preise für Rohöl drücken zu können. „Die Förderquoten sind derzeit praktisch aufgehoben. Daher ist es nicht so wichtig, wo sie liegen“, sagte der frühere Opec-Präsident Alirio Parra. Bis zum frühen Abend zog der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent um knapp 30 Cent auf 42,02 Dollar an.

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