Opec- und Nicht-Opec-Länder
Historische Einigung treibt den Ölpreis

Die historische Einigung über Förderkürzungen zwischen dem Ölkartell Opec und etlichen Nicht-Opec-Mitgliedern schlägt am Markt durch. Die Ölpreise ziehen auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.
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London/New YorkDie Ölpreise sind am Montag nach den angekündigten Förderkürzungen des Ölkartells Opec und anderer Förderländer auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar verteuerte sich um 5,3 Prozent auf 57,23 Dollar zu.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar verteuerte sich zuletzt um rund fünf Prozent auf 53,98 Dollar. Am Wochenende hatten die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere Förderländer in einem historischen Schulterschluss gemeinsam Förderkürzungen angekündigt, um die Preise für Rohöl nach oben zu treiben.

Die Opec und rund ein Dutzend Nicht-Opec-Länder einigten sich am Samstag in Wien auf eine weitere Kürzung der Ölförderung um 558.000 Barrel am Tag. Russland will allein 300.000 Barrel weniger produzieren. Allerdings werde die Drosselung allmählich beginnen und erst im April oder Mai den vollen Umfang erreichen, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass.

Die Maßnahme unterstützt die jüngst von der Opec beschlossene eigene Kürzung ihrer Produktion um 1,2 Millionen Barrel am Tag im ersten Halbjahr 2017. Die Opec-Produktion soll künftig bei 32,5 Millionen Barrel liegen. Insgesamt haben sich nun mehr als 20 Länder entschieden, weniger Öl zu fördern.

Die Vereinbarung der Opec mit den Nicht-Opec-Ländern gilt vorläufig für ein halbes Jahr. Ob weitere Staaten sich dem Öl-Pakt anschließen werden, ist unklar. „Unsere Vereinbarung ist offen für weitere Länder“, sagte der Opec-Präsident Bin Saleh Al-Sada am Samstag. „Mit der Vereinbarung dienen wir der Weltwirtschaft“, erklärte der saudische Ölminister Khalid Al-Falih in Wien. Russlands Energieminister Alexander Novak sprach von einem „großen Tag“. Er ergänzte: „Das ist wirklich historisches Ereignis. Noch nie zuvor haben sich so viele Förderländern in einem Saal getroffen, um zu so einer Vereinbarung zu kommen.“

Die Kürzung der Produktion soll ab Januar von einem Komitee aus den Opec-Mitgliedern Kuwait, Venezuela und Algerien sowie den Nicht-Mitgliedern Russland und Oman überwacht werden.

Die Opec, aber auch Ölexporteure wie Russland oder Mexiko haben ein elementares Interesse daran, dass der Ölpreis schleunigst steigt. Die Nordseesorte Brent legte jetzt zwar auf gut 57 Dollar zu – Mitte 2014 notierte der Ölpreis pro Barrel aber bei über 100 Dollar.

Der erste Schulterschluss zwischen dem Öl-Kartell und Nicht-Mitgliedern ist für die Opec ein großer Erfolg. Denn damit beweist das Ölkartell mit den Schwergewichten Saudi-Arabien, Golf-Staaten und Iran, dass es ihm mit einer Kehrtwende auf dem Ölmarkt sehr ernst ist. Vor allem das Bündnis mit Russland ist für das Öl-Kartell von großer Bedeutung.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Opec- und Nicht-Opec-Länder: Historische Einigung treibt den Ölpreis"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    TRAUTMANN

    Danke

  • @Mark Hoffmann
    Achso...Sie befürworten also Kartelle. Dann dürfen wir annhemen, das ein Zementkartell, Stahkartell usw. auch in Ordnung sind und hätten gar nicht bestraft werden dürfen?!


    Von Befürwortung steht in meinen Kommentar nichts , aber auch gar nichts. Es ist nur eine Feststellung der Tatsache, dass es schon seit den 50iger Jahren Kartelle gab.

    Aber man kann ja auch gern am Thema oder an Kommentaren vorbei interpretieren. In der Schule im Deutschunterricht hieß das: Thema verfehlt, 6, setzen

  • @Eduardo Lopez
    Achso...Sie befürworten also Kartelle. Dann dürfen wir annhemen, das ein Zementkartell, Stahkartell usw. auch in Ordnung sind und hätten gar nicht bestraft werden dürfen?!
    Sie messen mit zweierlei Maß! Kartell bleibt Kartell und ist IMMER ZUM SCHADEN DES ENDVERBRAUCHER = freien Marktgesellschaft, weil ein Kartell den Wettbewerb zum eigen Vorteil auf Kosten der Gesellschaft ausschaltet.
    Und die OPEC ist das größte Kartellt überhaupt in der Welt. Ein Kartell das sich über das Preisdiktat am Grundbedürfnis der modernen Wohlstandsgesellschaft bestimmt. Damit wird der Mangel und die Armut in der Welt weiter am Leben gehalten. Der Hunger in der Welt wird durch die OPEC massiv gefördert.

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