Preisrückschläge
Silber glänzt nur schwach

Während der Goldpreis mehrjährige Höchststände erreicht, kommen die Silbernotierungen nicht so recht vom Fleck. Seit Anfang des Jahres pendelt der Preis des Edelmetalls in einer Spanne zwischen elf und 14,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Auch der steile Anstieg des Goldpreises konnte dem Preis nicht auf die Sprünge helfen. Einige Experten sehen aber deutliches Aufholpotenzial.

DÜSSELDORF. Rückläufig war der Silberpreis im Sommer während der Hypothekenkrise in den USA – auch vor dem Hintergrund einer möglichen konjunkturellen Abschwächung. Silber gilt inzwischen vor allem als Industriemetall. Einige Experten sehen aber mittlerweile deutliches Aufholpotenzial. „Der Silberpreis hat sich noch nicht von seinem Rückschlag erholt“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Nach seiner Beobachtung haben sich im Sommer vor allem spekulativ eingestellte Investoren von Silber getrennt und sind bisher – anders als bei Gold – noch nicht wieder an den Markt zurückgekehrt. Weinberg ist daher positiv gestimmt: „Der Silberpreis wird sich in Zukunft besser als der Goldpreis entwickeln.“ Noch in diesem Jahr sei ein Test der 15-Dollar-Marke möglich. Für das nächste Jahr erwartet der Commerzbank-Experte dann weitere Preissteigerungen von zehn bis 15 Prozent; dabei seien durchaus sprunghafte Entwicklungen am Markt denkbar. „Langfristig sind sogar Preise über 20 Dollar vorstellbar“, glaubt Weinberg.

Sein Optimismus gründet zum einen auf der relativen Knappheit des Silbers im Vergleich zum Gold. Die Silberbestände reichten nicht einmal für ein Jahr. Und anders als beim Gold verfügten – mit Ausnahme von China – auch die Notenbanken über keine nennenswerten Bestände. Nach Angaben des Silberinstituts in Washington stand 2006 einem minimal gestiegenen Minenangebot von 646,1 (Vorjahr: 645,7) Mill. Unzen eine Gesamtnachfrage von 911,8 Mill. Unzen gegenüber. Die Differenz wurde vor allem durch staatliche Verkäufe – in erster Linie aus Russland und Indien – und eine höhere Recyclingquote bei Silber ausgeglichen.

Auf der Nachfrageseite schlagen insbesondere die industriellen Anwendungen zu Buche. „Silber ist ein Industriemetall“, sagt Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Rund 50 Prozent des gesamten Angebots gingen in die industrielle Fertigung. Ein Hauptabnehmer war bisher die Fotoindustrie. „Doch hier verliert Silber durch die Digitalfotografie kontinuierlich an Bedeutung“, sagt Proettel. Das Metall wird zudem in den Bereichen Elektronik, Medizintechnik und in der Nanotechnologie gebraucht. Ein noch neueres Anwendungsgebiet ist etwa die Verwendung von Silberfäden in Kleidung. Nach Einschätzung des LBBW-Experten können diese neuen Anwendungsbereiche den Rückgang im Fotosektor aber noch nicht ausgleichen. Proettel ist daher eher skeptisch und hat seine Preisprognose leicht von bisher 13,50 auf 13 Dollar zum Jahresende gesenkt.

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