Produktion übersteigt Nachfrage
Ethanolanbieter enttäuscht

Erstmals übersteigt in den USA die Ethanolproduktion die Nachfrage. Dies setzt die rasant wachsende Branche überraschend unter Druck. Experten rechnen zunächst mit weiteren Preisrückgängen.

SÃO PAULO. Statt der erwarteten 18,4 Mrd. Liter werden die Destillen in den USA dieses Jahr voraussichtlich 25,8 Mrd. Liter Alkohol aus Mais brennen. Dem steht ein geschätzter Verbrauch von nur 24,4 Mrd. Liter Ethanol gegenüber, das überwiegend Benzin beigemischt wird. Noch 2006 mussten die USA 2,5 Mrd. Liter aus Brasilien und der Karibik importieren. Die Folge: Die Preise für Ethanol werden weiter sinken. Denn die Überschüsse können wegen der fehlenden Logistik nur teuer in das US-Treibstoffverteilernetz eingespeist werden.

Damit gerät die rasant wachsende Branche erheblich unter Druck: Zusätzlich zu den bereits 119 Destillen sind weitere 86 im Bau, die mittelfristig die Produktion noch erhöhen werden. Für die Unternehmen bedeuten das trotz steigender Maispreise weiter sinkende Margen. Eric Brown, Energieanalyst von Bank of America glaubt, dass die operative Rendite der Ethanolproduzenten in den USA von 54 Prozent (2006) auf 14 Prozent bis 2009 sinken wird.

Ganz anders sieht es in Brasilien aus, dem neben den USA wichtigsten Produzenten von Ethanol weltweit, das dort jedoch aus Zuckerrohr gewonnen wird. Zwar wird auch in Brasilien eine Rekordernte erwartet: Die nationale Versorgungsgesellschaft Conab rechnet damit, dass die Ethanolproduktion im gerade begonnenen Erntejahr 2007/8 um 14,5 Prozent zunehmen wird. Bei Zucker werde die Produktion um 3,6 Prozent höher ausfallen. Diese höhere Erntemenge hat bereits zu einem Preisrückgang geführt. Doch Brasiliens Produzenten geht es immer noch besser als den meisten Konkurrenten: Sie erhalten rund 2,5 Cents für das Pfund Zucker mehr als am Terminmarkt in New York bezahlt wird.

Nach Angaben des Agrarforschungsinstituts Datagro produzieren die Zucker- und Alkoholproduzenten mit Durchschnittskosten von 10,7 Cents je Pfund und erhalten 11,66 Cents. „Viel tiefer werden die Quotierungen für Zucker und Alkohol in Brasilien nicht fallen, weil die niedrigen Preise automatisch den Verbrauch erhöhen“, sagt Plínio Nastari von Datagro.

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