Rentenmarkt gibt weiter nach
Yen steht weiter kräftig unter Druck

Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der japanischen Notenbank hat sich der Yen als der große Verlierer am Devisenmarkt erwiesen. Die japanische Währung geriet am Mittwoch sowohl zum US-Dollar als auch zu anderen wichtigen Währungen unter Druck.

HB FRANKFURT. Zum Euro fiel sie sogar auf ein Rekordtief von 163,90 Yen für einen Euro. Händler sagten, unabhängig davon, wie die Bank of Japan ihre Geldpolitik in Zukunft ausrichten werde, bleibe der große Zinsabstand zwischen der größten Volkswirtschaft Asiens und anderen Industrieländern bestehen. Für einen Dollar mussten 120,65 Yen gezahlt werden.

Der Leitzins in Japan liegt derzeit bei 0,5 Prozent, in der Euro-Zone bei 3,75 Prozent und in den USA bei 5,25 Prozent. „Die Märkte sind vorsichtig vor der Zinsentscheidung am Donnerstag, allerdings haben die jüngsten Konjunkturdaten eine Erhöhung der Zinsen unwahrscheinlicher gemacht“, sagte Chef-Devisenhändler Haruhisha Takagi von der japanischen Sumitomo Mitsui Bank.

Der Euro kämpfte am Vormittag mit der Marke von 1,36 Dollar, fiel dann aber bis auf 1,3570 Dollar zurück. Auslöser waren überraschend starke Zahlen zur US-Wirtschaft. Mit einem Anstieg um 0,7 Prozent fielen die Daten zur Industrieproduktion im April deutlich besser als erwartet aus - Analysten hatten im Schnitt nur einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Auch die Kapazitätsauslastung der US-Wirtschaft war mit 81,6 Prozent etwas höher als geschätzt. „Die Zahlen waren dollar-freundlich, weil die Spekulationen auf Zinssenkungen in den USA damit sinken dürften“, sagte Ralf Umlauf von der Helaba.

Die EZB setzte den Referenzkurs

Der europäische Rentenmarkt erholte sich zunächst leicht von seinen in den vergangenen Handelstagen eingefahrenen Verlusten. Der richtungweisende Bund-Future fiel bis zum Nachmittag aber um bis zu sieben Ticks auf 112,98 Punkte. „Die Futures sind charttechnisch angeschlagen. Dadurch werden alle fundamentalen Faktoren, die den Markt stützen müssten kompensiert“, sagte ein Händler. Auch der robuste Aktienmarkt und positive Konjunkturdaten würden den Rentenmarkt belasten. Spiegelverkehrt zu den Futures stieg die Rendite der dem Bund-Future zu Grunde liegenden zehnjährigen Bundesanleihe auf 4,306 Prozent.

Die von der Bundesbank täglich berechnete Umlaufrendite blieb am Mittwoch stabil bei 4,32 Prozent. Der Rentenindex Rex tendierte kaum verändert bei 114,79 Punkten.

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