Reservewährungen
G7 ebnen Weg für Aufnahme von Renminbi

Die G7 sind bereit dazu, den Renminbi in den IWF-Währungskorb aufzunehmen. Zuvor müsse man aber die technischen Voraussetzungen und Kriterien überprüfen. Eine Entscheidung im Herbst wird es aber wohl nicht geben.
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DresdenChina kann sich Hoffnungen auf eine Aufnahme des Renminbi in den Kreis der großen Reservewährungen machen. Die sieben führenden Industrieländer (G7) signalisierten auf ihrem Finanzgipfel in Dresden ihre grundsätzliche Unterstützung für den Wunsch der Regierung in Peking, den Renminbi in den Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufzunehmen. Es bestehe in der G7 „völlige Einigkeit“, dass man einem solchen Schritt grundsätzlich positiv gegenüberstehe, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte, über dieses Ziel bestehe Übereinstimmung.

Allerdings wiesen Schäuble und Weidmann darauf hin, dass zuvor die technischen Voraussetzungen und Kriterien genau geprüft werden müssten. Der Finanzminister zeigte sich zudem zurückhaltend, ob der IWF über den Schritt schon im Herbst befinden könne. Das halte er für „etwas optimistisch“. Bei den Kriterien geht es um den internationalen Rang des Renminbi als Exportwährung und seine freie Verwendbarkeit.

Am Mittwoch hatte US-Finanzminister Jack Lew erklärt, China werde sich in dieser Frage noch gedulden müssen. Die Wechselkurspolitik des Landes habe in der Vergangenheit Grund zu beträchtlicher Sorge gegeben. Die angestrebte Liberalisierung müsse daher den Praxistest noch bestehen.

Der IWF hat China aufgefordert, in den kommenden Jahren für einen freien Wechselkurs zu sorgen. Der Renminbi ist gegenwärtig eng an den Dollar gekoppelt. Die USA als größter Aktionär des IWF und andere westliche Staaten werden China vor, den Wechselkurs künstlich niedrig zu halten. Damit verschaffe sich das Land im Welthandel unfaire Wettbewerbsvorteile, weil es seine Produkte günstiger anbieten könne.

Der IWF-Währungskorb bildet die Basis für den Wert der Kunstwährung des Fonds, im Fachjargon SZR genannt. Zurzeit enthält er vier Währungen: Dollar, Euro, Yen und Pfund. Eine Aufnahme des Renminbi würde der Volksrepublik auch einen Prestigegewinn verschaffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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