Rohstoff unter der Lupe
Geringe Vorräte treiben den Nickelpreis

Die Spekulanten am Nickelmarkt blicken in diesen Tagen wieder einmal auf China und Russland. Chinas überschäumende Stahlkonjunktur mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent treibt schon seit dem Herbst 2003 maßgeblich den Preis für das Legierungsmetall.

LONDON. Indes scheint der russische Norilsk-Nickel-Konzern, der größte Nickelproduzent der Welt, zunehmend Mühe zu haben, der Nachfrage nachzukommen. Der Preis für Nickel hat sich seit 2001 etwa verdreifacht. An der Londoner Metallbörse notierte er zuletzt mit 17 172 Dollar je Tonne für sofort verfügbare Kassaware.

Nickel wird hauptsächlich als schützende und veredelnde Beschichtung für rostanfällige Metalle, insbesondere Eisen und Stahl, verwendet. Das silberweiße, magnetische Metall verleiht Stahl überdies eine hohe Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Nickelstahl mit einem Nickelanteil von zwei bis vier Prozent wird in Autoteilen wie Achsen, Kurbelwellen, Getrieben, Ventilen und Lenkstangen verwendet, ferner in Maschinenteilen und Panzerungen. Nickel ist außerdem ein Hauptelement im Batteriebau und kommt als Katalysator zum Einsatz, unter anderem zur Hydrierung von Erdöl. Das Metall wird auch zu Schmuck verarbeitet.

Da etwa 70 Prozent des Angebots in die Stahlveredelung gehen, versuchen Verarbeiter, Produzenten und Spekulanten, vor allem aus dem Verlauf der Welt-Stahlkonjunktur Hinweise auf die weitere Preisentwicklung zu ziehen.

„Die nach wie vor robuste Stahlkonjunktur Chinas und in anderen Teilen Asiens ist für uns Grund genug, weiterhin von einem äußerst festen Nickelpreis auszugehen“, meint Ingrid Sternby von Barclays Capital. China nimmt etwa 10 Prozent des weltweiten Nickelangebots auf, die übrigen Länder Asiens weitere 20 Prozent. Die abbröckelnden Stahlkonjunkturen in Europa und den USA dürften daher bis auf weiteres kaum zu einem Rückschlag an dem Haussemarkt führen, glaubt Sternby.

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