Rohstoffe
Dürre heizt Spekulationen an

Bis vor kurzem waren Agrarprodukte ein Zehntel billiger als noch vor drei Jahren. Doch jetzt mehren sich die Stimmen, die insbesondere für Weizen, Mais, Sojabohnen und Baumwolle die große Aufholjagd voraussagen.

LONDON. Der bekannte Fondsverwalter Jim Rogers sieht denn auch in den so genannten „softs“ vorläufig die besten Anlagechancen. „In den nächsten zehn Jahren werden im Agrarsektor Vermögen verdient“, wirbt der Amerikaner für seine Fonds. Inflationsbereinigt würden die Preise für viele Agrarprodukte beträchtlich unter ihren historischen Höchstständen rangieren. Und das, obwohl die Vorräte in weiten Bereichen des Sektors auf den niedrigsten Stand seit über 30 Jahren abgesackt seien.

Auch Michael Lewis von der Deutschen Bank in London lässt bereits seine Portfolios zu Gunsten von Weizen, Mais und Sojabohnen umschichten. Dies nicht zuletzt, weil er einen wachsenden Importbedarf Chinas im Zuge der dort schrumpfenden Anbauflächen sieht. Weizen profitiere überdies in dem Riesenreich wie auch anderen Schwellenländern von veränderten Essgewohnheiten, die mit dem steigendem Wohlstand einhergingen. Experten bündeln den Trend in der Formel „Pasta statt Reis“.

„Als Preistreiber für Weizen, Zucker und Mais beginnt sich auch zunehmend die Nachfrage der Hersteller von Biokraftstoff bemerkbar zu machen“, sagt Christopher Brodie, Rohstoffexperte beim Londoner Hedge-Fonds Krom River. Brasilien verarbeite bereits die Hälfte seiner gesamten Zuckererzeugung zu Biobrennstoff.

Mit derart verlockenden Zukunftsaussichten fühlen sich manche Anleger durch die dürrebedingten Ernteausfälle dieses Jahres jetzt erst recht zu einem spekulativen Engagement in Getreide und auch Baumwolle beflügelt. So hat Chinas Nachfrage nach diesem Naturprodukt laut Sudakshina Unnikrishnan von Barclays Capital „förmlich abgehoben“. In Fernost ist der Preis für Termin-Baumwolle seit Jahresbeginn um fast die Hälfte gestiegen.

Der Internationale Getreiderat (IGC) in London unterstreicht nochmals den globalen Charakter des derzeitigen Dürreproblems. „Besorgnisse über die Auswirkungen der Hitzewellen auf die Getreideernten in Nord- und Südamerika, Europa und Australien haben die Preise im Juli, insbesondere die für Weizen, deutlich ansteigen lassen“, stellt der Rat in seinem jüngsten monatlichen Marktbericht nüchtern fest.

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