Rohstoffe
„Ein Einbruch der Rohstoffpreise ist nicht zu erwarten“

Aufregung um Rohstoffe: Einige hatten sich den Kurseinbruch sogar gewünscht, doch als er dann kam, waren die Anleger verunsichert. Mittlerweile ist der Abwärtstrend gestoppt, doch viele Anleger orientieren sich neu.
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London/Düsseldorf/FrankfurtEs war der Kurseinbruch, den sich einige in den vergangenen Wochen an den überhitzten Rohstoffmärkten sogar gewünscht hatten. Und der dann, als er tatsächlich da war, doch zu großer Verunsicherung geführt hat. Wurden doch fallende Rohstoffpreise als Indiz für eine künftig nicht mehr so stark wachsende Weltkonjunktur gewertet. Das wiederum brachte die Aktienkurse unter Druck.

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt, der Abwärtstrend bei den Rohstoffen und Aktien ist gestoppt. Zeit also für Aufräumarbeiten - Investoren können sich jetzt in Ruhe neu positionieren. "Am Umfang der Korrektur zeigt sich, dass die Preise zuvor über das Ziel hinausgeschossen waren", sagt Joost van Leenders, Anlagestratege bei BNP Paribas. Ein Silberpreis, der in der Spitze in diesem Jahr um 60 Prozent zugelegt hatte, ein Ölpreis mit einem Plus von 30 Prozent und Kakao, dessen Notierung von Januar bis März um 20 Prozent gewonnen hat und mittlerweile 15 Prozent unter dem Preis vom Jahreswechsel liegt, lassen an der These keinen Zweifel.

Experten vermuten seit längerem, dass nicht nur die Nachfrage nach physischen Rohstoffen, sondern auch Finanzinvestoren den Boom treiben. Das liegt daran, dass die Zahl der Instrumente, mit denen Anleger auf Rohstoffpreise wetten können, zugenommen hat. Die Analysten der Bank of America schätzen, dass zum Beispiel die Investitionen in Rohstoffindizes im April die Marke von 350 Milliarden Dollar übersprungen haben. In den vergangenen drei Jahren ist der Wert dieser Anlagen im Schnitt um rund 50 Prozent gestiegen. Die Experten erwarten, dass sich dieser Trend grundsätzlich fortsetzen wird. Längst gelten Rohstoffe als essenzieller Bestandteil jedes ausgewogenen Wertpapierportfolios.

Goldman Sachs, einer der weltweit größten Spieler am Rohstoffmarkt, hatte vor einigen Wochen das vorläufige Ende der rasanten Aufwärtsbewegung verkündet und damit die Phase der heftigen Preisausschläge eingeläutet. Allerdings sind die Analysten der US-Investmentbank nur für die nächsten drei bis sechs Monate skeptisch. Grundsätzlich sehen sie weiter günstige fundamentale Voraussetzungen für die Rohstoffmärkte. "Die Korrektur schafft eine Chance für weiteres Aufwärtspotenzial, insbesondere im zweiten Halbjahr, wenn sich die Rahmenbedingungen verbessern", sagte vor kurzem Jeffrey Currie, Leiter der Rohstoffanalyse bei Goldman Sachs.

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