Rohstoffe
Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord

Der Goldpreis kennt kein Halten mehr. Heute erreicht das Metall schon wieder einen neuen Höchststand. Analysten erwarten vorerst weiter steigende Kurse. Dafür gibt es mehrere Gründe.

HB FRANKFURT. Die Nachfrage nach Gold ist ungebrochen. Der Goldpreis setzt seinen Höhenflug fort und hat einen neuen Rekordstand erreicht. Mit 1 069,45 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) wurde der alte Rekord vom vergangenen Donnerstag bei 1 061 Dollar leicht übertroffen. Erst vor einer Woche war die anderthalb Jahre alte Rekordmarke bei rund 1 030 Dollar gebrochen worden. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis damit um gut 20 Prozent gestiegen. Hauptgrund für den jüngsten Preisschub ist aus Sicht von Händlern weiterhin die Schwäche des Dollar. Der Euro kletterte am Mittag zum Dollar auf ein neues Jahreshoch.

Es spreche einfach alles für einen Anstieg, sagte Edelmetall-Experte Tom Kendall von Mitsubishi Corp, vor allem der steigende Ölpreis und der schwache Dollar. Oft investieren Marktteilnehmer in Gold, um sich damit gegen Inflationsgefahren abzusichern. Zudem setzten einige Anleger auf eine anziehende Nachfrage von Seiten der Schmuckindustrie, vor allem mit Blick auf das indische Lichterfest Diwali Ende Oktober, zu dem viel Schmuck verschenkt wird.

Die Analysten der Citigroup erwarten, dass der Goldpreis in den kommenden Monaten hoch bleibt - trotz relativ schwacher Fundamentaldaten, wie es hieß. Unter Verweis auf die Dollar-Entwicklung, eine stärkere Nachfrage der Investoren und eine Diversifizierung der Dollar-Reserven und Portfolios hoben die Analysten ihre Prognose für den Goldpreis in den kommenden drei Monaten auf 1025 Dollar von zuvor 950 Dollar an.

"Der schwache Dollar und die physische Nachfrage aus Indien wegen wichtiger religiöser Feiertage und der Hochzeitssaison wirken weiterhin preistreibend", betonte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Darüber hinaus sei auch das spekulative Kaufinteresse hoch. Der Goldpreis bleibe daher fürs Erste gut unterstützt.

Auch Experte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg verweist auf die in jüngster Zeit deutlich verbesserten Fundamentaldaten. Insbesondere die Perspektiven für die in den letzten Monaten sehr schwache Schmucknachfrage hätten sich merklich aufgehellt. So dürfte die Nachfrage nach Goldschmuck mit der verbesserten weltweiten Konjunkturlage wieder stärker steigen. Zudem zeichne sich mit wichtigen Feiertagen in Indien und dem vor der Türe stehenden Weihnachtsgeschäft in der westlichen Welt eine anziehende Nachfrage ab.

Darüber hinaus habe bei den Notenbanken mit Blick auf Gold offensichtlich ein gravierendes Umdenken eingesetzt, betonte der Experte. Während die Zentralbanken bislang jedes Jahr mehrere hundert Tonnen Gold auf den Markt warfen, hätten sie sich im dritten Quartal mehrheitlich auf die Käuferseite geschlagen. Insbesondere aus China und aus Russland schienen die Zeichen weiterhin auf eine Aufstockung der Goldbestände zu deuten. Deshalb hält Schallenberger die Wahrscheinlichkeit, dass die Marke von 1.100 Dollar pro Feinunze in den nächsten Wochen ins Visier genommen wird, momentan für "sehr hoch".

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