Rohstoffe
Ölpreis rutscht immer weiter ab

Öl ist so billig wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Brentöl hat seinen Preis mehr als halbiert. Ein Barrel (159 Liter) kostet am Spotmarkt weniger als 67 Dollar. Noch Anfang Juli war der Rekordpreis von über 140 Dollar bezahlt worden.

DÜSSELDORF. Auch die US-Richtmarke WTI hat seit dem Rekord bei gut 147 Dollar über 50 Prozent eingebüßt und notierte zuletzt bei rund 72 Dollar. Immer mehr Analysten senken nun ihre Prognosen.

Hauptgrund für den Preissturz ist die internationale Finanzkrise. „Es werden tiefste Rezessionsszenarien gespielt“, sagt Dora Borbély von der Deka-Bank. Die Marktteilnehmer erwarten, dass die Rohölnachfrage in einer wirtschaftlichen Schwächephase deutlich zurückgehen wird. Aktuell lägen die Preise aber inzwischen deutlich unterhalb des fundamental gerechtfertigten Niveaus, das die Deka-Bank bei 80 bis 85 Dollar sieht.

Angesichts des Preisrutsches hat die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) gestern ihr für November geplantes Treffen auf den 24. Oktober vorgezogen. Das Ölkartell sorgt sich ebenfalls um die Nachfrage. Es hat daher seine Bedarfsprognose wegen der zu erwartenden Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft gesenkt. Die Opec rechnet nun für 2009 mit einem Rückgang der Ölnachfrage um 190 000 Barrel auf 31,14 Mio. Barrel am Tag. Das sind täglich 870 000 weniger als für dieses Jahr angenommen werden.

„Der Schaden für die künftige Ölnachfrage ist bereits angerichtet“, glauben die Analysten von Goldman Sachs. Er könne sich aber noch vergrößern, je länger die gegenwärtigen Kreditbedingungen anhalten. Die Experten haben ihre Preisprognose für die US-Richtmarke WTI drastisch gesenkt; bis Ende des Jahres erwarten sie nun nur noch einen Preis von 70 Dollar je Barrel nach 115 Dollar in der Vorschätzung. Bis Ende 2009 rechnen sie mit einer weiteren Abschwächung und sagen für WTI einen Preis von 107 nach zuvor 125 Dollar voraus. Auch die US-Bank JP Morgan Chase & Co. hat ihre Ölpreisprognose mit Blick auf einen Nachfragerückgang gekappt und geht nun für das vierte Quartal von 74,75 Dollar nach zuvor 79 Dollar aus.

Die Deka-Expertin Borbély hält noch an ihrer Vorhersage von durchschnittlich 105 Dollar für 2009 fest. Dabei unterstellt sie, dass sich die Finanzmärkte tendenziell insgesamt wieder etwas beruhigen. „Wenn die Stimmung dreht, werden die Rohstoffe wieder schnell dabei sein“, sagt sie optimistisch.

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