Rohstoffe
Ölpreise leicht gesunken

Der Preis für Öl gibt wieder etwas nach, sowohl für die Sorte Brent als auch für WTI. Zuvor waren die Ölpreise am Donnerstag in Folge eines möglichen Kompromisses im Streit um die US-Schuldengrenze deutlich gestiegen.
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SingapurAm Rohölmarkt haben die Notierungen am Freitagmorgen im Minus gelegen. Der November-Kontrakt für die US-Sorte WTI sank um 0,4 Prozent auf 102,66 Dollar je Barrel. Der Kontrakt auf Öl der in Europa gängigen Sorte Brent wurde mit 111,49 Dollar je Barrel 0,3 Prozent niedriger gehandelt.

Am Vortag hatte Rohöl deutlich zugelegt, nachdem es Hoffnungsschimmer im US-Haushaltsstreit gegeben hatte. Die Frage einer Anhebung der US-Schuldenobergrenze ist aber weiterhin nicht gelöst und der Haushaltsstreit nicht beigelegt. Führende Vertreter der Republikaner hatten sich mit US-Präsident Barack Obama getroffen, um eine Verschiebung der Entscheidung über die Schuldengrenze vom 17. Oktober auf den 22. November zu treffen, ohne dies mit Bedingungen zu verknüpfen. Ab dem 17. Oktober droht den USA die Zahlungsunfähigkeit, sollte bis dahin keine Anhebung der Schuldenobergrenze erfolgen. Hierdurch und wegen der teilweisen Schließung von Regierungsbehörden könnten die US- Konjunktur und damit die Nachfrage nach Öl beeinträchtigt werden.

Marktteilnehmer werten die Gespräche zwischen den politischen Lagern trotzdem positiv. „Die Entwicklungen am vergangenen Abend vermindern das Risiko einer unmittelbaren Krise“, sagte Ric Spooner, leitender Marktstratege bei CMC Markets in Sydney. “Es zeigt, dass die US-Politiker davor zurückschrecken, die Dinge auf die Spitze zu treiben.“

Bei Brent führte die Befreiung des libyschen Ministerpräsidenten Ali Zaidan aus den Händen einer Miliz zur Entspannung. Spooner schätzt dies aber nur als vorübergehend ein und hält die Lage in dem Land für weiterhin angespannt.

Der Goldpreis legte am Kassamarkt mit 1290,26 Dollar je Unze um 0,2 Prozent zu, nachdem er am Vortag unter 1300 Dollar gefallen war. Marktteilnehmer sehen in der leichten Stabilisierung aber keine Trendwende. „Gold neigt zur Schwäche, weil niemand davon ausgeht, dass sie die Deadline für die Schuldenobergrenze überschreiten werden“, sagte Jonathan Bouchet, Direktor bei Delman SA in Genf. Zudem sei nur eine mäßige Nachfrage aus Asien zu beobachten. Bei Kursrückgängen in der Vergangenheit war oft ein Aufleben der Kauftätigkeit in der Region zu beobachten. Die Skepsis spiegelt sich auch in einer Umfrage von Bloomberg unter 27 Analysten wieder. 15 erwarten in der kommenden Woche sinkende Goldpreise, acht sind zuversichtlich und vier neutral eingestellt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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