Rohstoffe
Ölpreise steigen nach Förderkürzungen

Die Ölpreise sind am Dienstag angestiegen. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte West Texas legten deutlich zu. Hierzu trugen Nachrichten aus Aserbaidschan und Libyen bei.
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SingapurDie Ölpreise sind am Dienstag gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am Nachmittag 51,33 US-Dollar, ein Plus von 1,14 Prozent. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,01 Prozent auf 48,20 Dollar.

Zum Preisanstieg trug eine Äußerung des aserbaidschanischen Energieministeriums bei. Dieses erklärte sich am Dienstag zu stärkeren Produktionskürzungen bereit. Bedingung: die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) solle ihre Vereinbarung, die Fördermengen zu senken, auf die zweite Jahreshälfte 2017 ausdehnen.

Aserbaidschan hatte sich im Dezember bereiterklärt, die Förderung um 35.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Dieses Ziel hat das Land laut Angaben des Energieministeriums übertroffen: Demnach ging die Förderung im Februar um 52.700 Barrel pro Tag zurück, im März lag die Kürzung sogar bei 776.400 Barrel pro Tag.

Und noch eine weitere Nachricht spricht für eine Verknappung der Ölförderung und könnte auch weiterhin steigende Preise zur Folge haben. Wie am Dienstag bekannt wurde, soll das größte Ölfeld Libyens, Sharara, seine Förderung eingestellt haben. Das Land mit den größten Ölreserven Afrikas exportiert infolgedessen 20 Prozent weniger Öl. Aktuell förder das Opec-Mitglied 560.000 Barrel pro Tag, nach zuletzt 700.000 Barrel. Die Gründe für den Förderabfall sind noch unklar.

Anfang des Monats hatten Kämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen die Schließung von zwei der größten Ölhafen-Terminals Libyens erzwungen. Vor dem Beginn des Volksaufstands gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi und dem folgenden Libyschen Bürgerkrieg 2011 hatte das Land noch 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert.

Dämpfend auf den weiteren Ölpreisanstieg könnte jedoch die Förderung in Nordamerika wirken: Trotz deutlicher Produktionskürzungen durch das Ölkartell Opec und anderer großer Produzenten liegen die amerikanischen Rohölvorräte auf Rekordniveau. Ein Grund dafür ist die wieder steigende US-Förderung, die der Opec seit längerem große Konkurrenz macht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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