Rohstoffe
Preisrally wegen Dollar-Schwäche

Silber ist so teuer wie seit 1980 nicht mehr und Mais zielt auf ein neues Rekordhoch ab: Anleger nutzen die Dollarschwäche zum Rohstoffkauf. Entspannung gibt es nur auf wenigen Märkten.
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Frankfurt

Am Rohstoffmarkt haben Anleger die Dollarschwäche am Montag zu Käufen genutzt. Damit trieben sie die Preise für Gold, Zinn oder Mais auf neue Rekordhochs. Eine Abwertung der US-Währung macht diese Anlageklasse für Investoren außerhalb der USA billiger.

Gold kostete zeitweise 1476,21 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Das gelbe Edelmetall wird derzeit stark von spekulativen Finanzinvestoren getrieben, die ihre Wetten auf steigende Preise die dritte Woche in Folge ausgebaut haben", schrieben die Analysten der Commerzbank in ihrem Marktkommentar.

Die Rally stehe aber auf wackligen Beinen, da börsennotierte Edelmetall-Fonds bislang kaum Mittelzuflüsse verzeichneten.

"Dennoch dürfte Gold zunächst die psychologisch wichtige Marke von 1500 Dollar in Angriff nehmen." Silber war mit einem Preis von bis zu 41,93 Dollar so teuer wie seit 1980 nicht mehr.

Zinn verteuerte sich in der Spitze um 1,7 Prozent auf 33.600 Dollar je Tonne. Die Dollar-Schwäche gab auch den anderen Industriemetallen Auftrieb. Aluminium war mit bis zu 2720 Dollar so teuer wie seit August 2008 nicht mehr. Blei markierte mit 2904 Dollar ein neues Drei-Jahres-Hoch.

Kupfer und Nickel gaben dagegen leicht auf 9865 beziehungsweise 27.501 Dollar nach. Sie hatten in der Vorwoche allerdings überdurchschnittlich zugelegt.

Bei Mais sorgten unter anderem die niedrigen US-Lagerbestände für Käufe. Sie befinden sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit den 1930er Jahren. Der US-Kontrakt auf dieses Futter- und Lebensmittel stieg um bis zu 2,1 Prozent auf 7,8375 Dollar je Scheffel. Der chinesische Future war mit bis zu 2459 Yuan (376,13 Dollar) je Tonne so teuer wie seit Mitte Februar nicht mehr. Verstärkt werde der Preisanstieg durch den trotz der Entspannung immer noch hohen Ölpreis, betonte Rohstoff-Stratege Luke Matthews von der Commonwealth Bank of Australia. Dieser vergrößere die Nachfrage nach dem Bio-Kraftstoff Ethanol, der auch aus Mais gewonnen wird.

Am Rohöl-Markt sorgte die Hoffnung auf einen Frieden in Libyen für etwas Entspannung. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um ein Prozent auf 125,33 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Leichtöl WTI gab 0,8 Prozent auf 111,82 Dollar. Angesichts der Unruhen in anderen arabischen Staaten bleibe die Nervosität am Markt aber erhalten, betonte Rohstoff-Experte Ken Hasegawa vom Brokerhaus Newedge. "Ich sehe derzeit keine Faktoren, die den Markt deutlich drücken würden.

Der Ölpreis ist auf dem Weg zu seinem Rekordhoch von 147 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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