Rohstoffe
Saudi-Arabien will Tanken billiger machen

Die Ölpreise sind kräftig gestiegen. Eine Eskalation des Konflikts mit dem Iran könnte die Lage verschärfen. Saudi-Arabien steuert nun gegen und nimmt stillgelegte Ölfelder wieder in Betrieb. Der Markt reagiert prompt.
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FrankfurtDas wichtigste Ölförderland der Welt sorgt sich um die Weltwirtschaft und will die Ölpreise wieder nach unten drücken. Dazu will das Land die Ölexporte in die USA ausweiten und zuletzt stillgelegte Ölfelder wieder reaktivieren, berichtet die „Financial Times“ und bezieht sich auf eine Mitteilung der saudischen Regierung.

Das Königreich wolle die Ölpreise auf ein „ein faires Niveau“ zurückführen, zitiert die Zeitung aus einem Kabinettsbeschluss und beruft sich bei den Aussagen auf die offizielle saudi-arabische Nachrichtenagentur. Als Zielmarke gab die saudische Regierung laut dem Pressebericht einen Ölpreis bei etwa 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an.

Die Reaktion an den Märkten folgte prompt: Am Dienstagnachmittag sank der Rohölpreis für die Sorte WTI am Terminmarkt in New York auf 105,95 Dollar je Barrel und damit um zwei Prozent. Die europäische Ölsorte Brent war mit 1,4 Prozent Minus bei 123,92 Dollar ebenfalls leichter.

Seit Beginn des Jahres ist der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent auf zeitweise etwa 127 Dollar Anfang März gestiegen. Was die Verbraucher an den Zapfsäulen schon lange ärgert, bereitet mittlerweile auch Wirtschaftsexperten immer mehr Kopfzerbrechen: Die Ölpreise sind seit Beginn des Jahres zu schnell und zu stark gestiegen. „Die Ölpreise haben negativ zu Buche geschlagen.“ Diesen Satz kann man derzeit oft in Kommentaren von Volkswirten zur Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung lesen.

Preistreiber war in den vergangenen Monaten immer wieder der Atomstreit zwischen dem Ölförderstaat Iran und den westlichen Industriestaaten. Zeitweise drohte das Regime in Teheran sogar mit einer Blockade aller Öllieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die strategisch wichtige Meerenge von Hormus. Für die Ölmärkte wäre eine längerfristige Unterbrechung der Lieferungen aus dem Persischen Golf der GAU. Entsprechend nervös reagierten die Anleger und trieben die Ölpreise weiter in die Höhe.

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Öllieferungen sind bereits massiv gestiegen

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  • Ich fasse es nicht. Jetzt wird hier die olle Kamelle vom sprudelnden Öl wiederbelebt. Na, wenn's denn Spaß macht.

    Felder legt man still, wenn sich die Ausbeutung beim aktuellen Ölpreis nicht mehr lohnt, und man nimmt sie möglicherweise wieder in Betrieb, wenn sich die Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund eines veränderten Ölpreises neu darstellt.

    Öl ist nicht knapp. Nur billiges Öl ist knapp. Wir hatten Peak "Cheap" Oil in 2006.

    Abgesehen davon haben die Saudis diese Maßnahme angekündigt, um ihren Freunden unter die Arme zu greifen. Das letzte Mal, als sie eine Steigerung ihrer Produktion zur Preisdämpfung versprochen haben, haben sie keine nennenswerte Erhöhung der Förderquote hinbekommen. Das wird sicher auch diesmal so sein.

  • Saudi-Arabien erhöht die Fördermenge nicht aus Sorge um die Weltwirtschaft, sondern um Druck auf den Erzfeind Iran auszuüben. Dadurch verpufft Irans Drohung mit der Sperre der Straße von Hormuz.

  • Nun wissen wir doch endlich, weshalb Fische so glitschig sind, wie die Alpen unter dem hohen Öldruck nach oben gedückt wurden, man in Bayern Öl hat und in Berlin nicht und die Fassaden in Catania so schwarz sind. Es war der Etna.

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