Rohstoffe
US-Ölpreis knapp unter 108 Dollar

Der US-Ölpreis hat sich am Dienstag nach einer rasanten Rekordjagd am Vortag wieder etwas vom neuen historischen Höchstwert entfernt. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im April am Morgen 107,72 Dollar.

HB SINGAPUR. Der US-Ölpreis hat sich am Dienstag nach einer rasanten Rekordjagd am Vortag wieder etwas vom neuen historischen Höchstwert entfernt. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im April am Morgen 107,72 Dollar. Das sind 18 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Zum Wochenstart ist der US-Ölpreis in der Spitze bis auf den Rekordwert von 108,20 Dollar gesprungen.

Der jüngste Höhenflug des Ölpreises steht nach Einschätzung von Experten in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Nachfrage auf den Weltmärkten. Vielmehr würden spekulationsorientierte Anleger die Ölmärkte immer stärker als eine lukrative Anlagemöglichkeit sehen, sagte der Rohstoffexperte Mark Pervan von der australischen ANZ Bank in Melbourne. Besonders große Fondsgesellschaften hätten sich immer stärker an den Rohstoffmärkten engagiert und die Preise so von einem Rekordhoch zum nächsten getrieben. Pervan wollte eine Fortsetzung der Rekordjagd beim Ölpreis nicht ausschließen.

Auch die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montag deutlich und stieg mit bis zu 104,35 Dollar erstmals über die Marke von 104 Dollar. Zuletzt kostete WTI-Rohöl 107,51 Dollar und damit 2,36 Dollar mehr als zum Handelsschluss Freitag. Ein Barrel Brent notierte bei 104,16 Dollar. Das waren 1,78 Dollar mehr als zum Wochenausklang.

Auch lLaut Rohstoffexpertin Gabriele Widmann von der Dekabank ist der neuerliche Preissprung vermutlich auf markttechnische Faktoren zurückzuführen. Mit Neuigkeiten von fundamentaler Seite sei die Kursbewegung jedenfalls nicht zu erklären, sagte Widmann. Die Lage am Rohölmarkt sei jedoch nach wie vor angespannt, insbesondere nach der Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) von vergangener Woche, ihre offizielle Förderquote unverändert bei knapp 30 Mill. Barrel pro Tag zu belassen.

Marktbeobachter verwiesen zudem auf den anhaltend schwachen Dollar, der die in US-Währung notierten Rohstoffe verbillige und mithin deren Nachfrage beflügele. Daneben hätten die Anleger angesichts der schwach tendierenden Aktienmärkte wieder vermehrt in vergleichsweise sichere Anlageklassen wie Rohstoffe investiert.

Auch der Preis für Opec-Rohöl ist auf einen neuen Rekordstand geklettert. Nach Angaben des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel aus den Opec-Fördergebieten am Freitag durchschnittlich 99,16 Dollar. Das waren 70 Cent mehr als am Donnerstag. Damit wurde der erst am Donnerstag beim sogenannten Korbpreis aufgestellte Rekord von 98,46 Dollar erneut übertroffen.

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