Devisen + Rohstoffe
Russland verunsichert den Ölmarkt

Nicht erst seit gestern haben die Turbulenzen um Yukos Hoffnungen auf eine nachhaltige Entspannung an den internationalen Ölmärkten zunichte gemacht.

som DÜSSELDORF. Hatten die angekündigte Aufstockung der täglichen Fördermenge in den Opec-Staaten und die Regierungsübergabe der USA an eine irakische Zivilregierung noch für sinkende Ölpreise gesorgt, zogen die Notierungen in den vergangenen Tagen drastisch an. Ursache ist der drohende Produktionsausfall des größten russischen Erdölförderers. Yukos fördert pro Tag knapp 1,8 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) – etwa so viel wie der gesamte Irak.

„Andere russische Ölkonzerne wie Lukoil können zwar einen möglichen Ausfall Yukos’ auffangen, aber Russland war bislang das einzige Land, das für eine mögliche Anhebung der Produktion in Frage kam. Das ist ohne Yukos kaum noch möglich“, sagt Ölexpertin Sandra Ebner von der Deka-Bank. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte. Binnen weniger Tage verteuerte sich der Preis um mehr als zehn Prozent. Gestern kostete ein Barrel Brent- Nordsee-Öl 36,20 Dollar.

Die Yukos-Affäre sorgt aber auch deshalb für so viel Aufregung, weil andere Risiken die Akteure aufschrecken. So gingen zuletzt die Lagerbestände in den USA überraschend zurück. Zudem belasteten Äußerungen des kuwaitischen Energieministers Scheich Ahmed Fahd Al Sabah, wonach das Erdölkartell Opec das Preisband für Opec-Öl anheben soll. An Stelle der bislang angestrebten Spanne von 22 bis 28 Dollar fordert er eine Spanne von 30 bis 35 Dollar.

Einzig Saudi-Arabien beruhigt die Gemüter etwas. Das wichtigste Ölland bekräftigte gestern die Absicht der Opec, die Ölförderquoten ab August ein weiteres Mal zu erhöhen. Der Markt reagierte: Weltweit gaben die Notierungen zeitweise um ein paar Cent nach.

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