Saudi-Arabien
Neuer Ölminister will politischen Kurs beibehalten

Der neue saudische Ölminister Al-Falih plant keine Neuausrichtung der Ölpolitik des Landes. Damit schwindet die Hoffnung auf eine Reduzierung der Fördermengen aus Saudi-Arabien. Die Ölpreise dürften unter Druck bleiben.

RiadDer neue saudiarabische Ölminister Chaled al-Falih hat angekündigt, an der Politik seines Vorgängers festzuhalten. „Saudi-Arabien wird seine stabile Ölpolitik beibehalten“, erklärte al-Falih am Sonntag, einen Tag nach seiner Ernennung. „Wir wollen unsere Rolle auf den internationalen Energiemärkten aufrechterhalten und unsere Position als zuverlässigster Energielieferant der Welt stärken.“

König Salman hatte al-Falih am Samstag im Zuge einer groß angelegten Kabinettsumbildung zum Nachfolger des einflussreichen Ölministers Ali al-Naimi ernannt. Der bisherige Chef des staatlichen Ölriesen Aramco soll ein erweitertes Ministerium für Energie, Industrie und Bergbauressourcen führen.

Al-Naimi hatte das Ressort mehr 20 Jahre lang geleitet. Als Vertreter des weltgrößten Rohölexporteur war er der einflussreichste Mann innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Zuletzt lehnte er es trotz eines deutlichen Preisverfalls beim Öl ab, einer Einschränkung der Fördermenge zuzustimmen.

Wegen des Überangebots am Markt gepaart mit einer verhaltenen Nachfrage sieht sich die Opec derzeit mit einem drastischen Preisverfall beim Öl konfrontiert. Der Preis für ein Barrell (159 Liter) Rohöl sackte von 100 Dollar Anfang 2014 auf aktuell 45 Dollar ab. Saudi-Arabien bemüht sich wegen des Preisverfalls darum, seine Wirtschaft breiter aufzustellen, denn die Einnahmen aus dem Ölexport machen einen Großteil des Staatshaushalts aus.

Im April hatten sich 18 Opec-Mitglieder und Nicht-Mitglieder bei einem Treffen in Katars Hauptstadt Doha nicht auf ein Einfrieren der Fördermenge einigen können, um den Preisverfall zu stoppen. Vor allem Saudi-Arabien hatte damals darauf gepocht, dass alle Opec-Staaten einer solchen Regelung zustimmen müssten - auch sein Erzrivale Iran, der das Treffen in Doha boykottiert hatte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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