Schwacher Dollar
Gold setzt Rekordserie fort

Anleger greifen weiterhin beherzt bei Rohstoffen zu. Der Goldpreis, der gestern bereits ein neues Rekordhoch markierte, legte am Donnerstag in Asien erneut leicht zu. Die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze ist zum Greifen nah.
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HB FRANKFURT. In Erwartung neuer konjunkturstützender Maßnahmen durch die US-Notenbank Fed haben Anleger erneut auf breiter Front bei Rohstoffen zugegriffen.Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls kletterte am Donnerstagmorgen auf ein Rekordhoch von 1.380,45 Dollar. Der Preis für das Industriemetall Kupfer schoss mit 8.415 Dollar in der Spitze auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Silberpreis befindet sich auf einem 30-Jahres-Hoch, Palladium erreichte ein 9-Jahres-Hoch.

Der Preis für die Feinunze Gold kletterte am Spotmarkt in Asien um weitere 0,5 Prozent auf ein Allzeithoch von 1.379.30 Dollar bevor der Preis in Seoul auf 1.377.88 Dollar leicht nachgab. Die Dezember-Futures erreichten derweil bei 1.380.30 Dollar an der Comex in New York. einen neuen Rekord. Silver stieg um 1,6 Prozent auf 24,38 pro Feinunze, das ist der höchste Preis seit März 1980.

„Es ist die alte Geschichte: das Gerede über ein Paket zur Stimulierung der US-Wirtschaft und zu viel Liquidität“, sagte Rohstoffhändler Ronald Leung von Lee Cheong Gold Dealers in Hongkong. „Es gibt praktisch keine Zinsen, deshalb rennt jeder in Rohstoffe und in den Aktienmarkt.“ Nach seiner Einschätzung könne die Marke von 1.400 Dollar schon bald erreicht sein.

Der Euro stieg am Donnerstagmorgen auf bis zu 1,4094 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt Ende Januar.

Das Fass US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 82,75 Dollar 1,3 Prozent mehr als am Vorabend in New York, Nordseeöl verteuerte sich um gut ein Prozent auf 84,36 Dollar.

Die Anleger spekulierten darauf, dass der Dollar bei weiteren Geldspritzen der Notenbank noch stärker falle, sagte ein Händler. Laut den am Dienstag veröffentlichten Protokollen der jüngsten Notenbank-Sitzung verfestigte sich zuletzt die Bereitschaft der Banker, die Dollar-Notenpresse wieder anzuwerfen. Damit zirkuliere nicht nur mehr Geld, das in den Rohstoffmarkt investiert werden könnte, sagte der Händler. Ein schwächelnder Dollar mache Öl und Kupfer für Investoren aus anderen Währungsräumen auch billiger.

Inder kaufen mehr Gold

Treibend auf den Ölpreis wirkten laut Händlern zudem die steigenden Importzahlen aus China. Die Öl-Einfuhren kletterten im September im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent - und damit so stark wie noch nie zuvor. Nach Angaben der Internationalen Energiebehörde hat die Volksrepublik die USA als weltgrößten Energieverbraucher überholt.

Auftrieb erhielt der Goldpreis nicht nur von der Annahme einiger Anleger, dass das Inflationsrisiko mit den Stützungsmaßnahmen der Fed steigt. Auch die starke physische Goldnachfrage gab dem als sicherer Hafen geltenden Edelmetall Rückenwind. Edel Tully, Edelmetall-Strategin bei der UBS, teilte mit, dass die Bank im bisherigen Jahresverlauf mehr Gold an Kunden in Indien verkauft habe als vor einem Jahr.

Deutsche-Bank-Analyst Michael Lewis geht davon aus, dass der Goldpreis auch weiter zulegen wird. "Wir sind für den Goldpreis sehr optimistisch", erklärte er. "Im Mai haben wir 1.600 Dollar als unser Preisziel ausgegeben." Seinerzeit sei das noch sehr hoch gewesen, inzwischen erwarteten viele den Anstieg des Preises auf dieses Niveau. Gold hat allein im letzten Monat knapp zehn Prozent zugelegt, während der Dollar gegenüber einem Korb anderer Währungen um sieben Prozent nachgab.

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  • @Jürgen
    Ein kluger Mensch hat es einmal so formuliert: "Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient".
    Will wohl sagen; die Politiker sind auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.
    Einer der es wirklich "drauf hat" geht doch heut´ zutage nicht in die Politik, sondern verdient viel mehr und völlig schmerzfrei in der Wirtschaft (und die ihm da ans Pein pinkeln wollen, werden einfach gefeuert).

    "Wenn der Staat Pleite ist, geht natürlich nicht der Staat Pleite sondern seine bürger."

    Carl Fürstenberg,
    deutscher bankier (1850-1933)

  • Also als Rekord sehe ich das nicht.
    Wenn die Manipulationen nicht mehr greifen - dann werden die Edelmetalle richtig abheben ;-)
    Das korrupte bankster Lumpenpack und die Arschkriecher Politiker - zum kotzen !!!!!!!!

  • Wann werden die Medien wir hier in Europa endlich die Preise für das Fass Rohöl, oder die Unze Gold nur noch in Euro angeben (von mir aus Dollar in Klammern), dass ist doch für uns entscheidend und wichtig. Dass der Dollar immer mehr abschmiert ist nun so neu auch nicht mehr. bei schlechter Prognosen für den Euro wird das dann ebenfalls in den entsprechenden Preisen widergespiegelt.

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