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Sorge um norwegisches Öl bringt Rekordpreise - Spekulation im Markt

Die Angst vor einem Ausfall der norwegischen Erdölproduktion im Zuge eines Arbeitskampfes hat die Ölpreise am Montag auf Rekordstände getrieben. In New York verteuerte sich Rohöl zu Auslieferung im Dezember um 0,63 Prozent auf 55,52 Dollar pro Barrel (je 159 Liter).

dpa-afx NEW YORK/OSLO/HAMBURG. Die Angst vor einem Ausfall der norwegischen Erdölproduktion im Zuge eines Arbeitskampfes hat die Ölpreise am Montag auf Rekordstände getrieben. In New York verteuerte sich Rohöl zu Auslieferung im Dezember um 0,63 Prozent auf 55,52 Dollar pro Barrel (je 159 Liter).

"Angst und Spekulation dominieren derzeit das Geschäft an den Märkten", sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow, am Montag der dpa. Es gebe insgesamt ein ausreichende Versorgung, mahnte die MWV-Sprecherin. Der Preis für Nordsee-Öl der Marke Brent erreichte mit einem Anstieg von 1,3 Prozent auf 51,90 Dollar am Montag ebenfalls eine Rekordmarke.

An den deutschen Tankstellen blieben die Durchschnittspreise mit 1,06 Euro für Diesel, 1,17 Euro für Normalbenzin und 1,19 für Super auf hohem Niveau. Diesel hatte in der Vorwoche mit 1,08 Euro seinen bisherigen Spitzenwert erreicht, der bei Super liegt bei 1,21 Euro. Auch die Heizölpreise bewegen sich wegen der weltweiten Nachfrage auf hohem Niveau. Der Energie Informationsdienst (EID) ermittelte zuletzt in Deutschland regionale Preisspannen von 52 Euro bis 55 Euro je 100 Liter bei der Abnahme von 3 000 Litern.

Arbeitskampf IN Norwegen

Falls der Arbeitskampf auf den norwegischen Bohrinseln tatsächlich die gesamte Ölförderung des Landes lahmlegen sollte, halten Experten einen Preis von 60 Dollar für möglich. Ein Ausfall sei schwer auszugleichen, sagen Marktexperten. Allerdings werde es für wenig wahrscheinlich gehalten, dass es tatsächlich zu einem flächendeckenden Streik kommen wird.

Die MWV-Sprecherin kritisierte das Verhalten von Spekulanten an den internationalen Rohstoffmärkten. Es müsse erst einmal abgewartet werden, ob es tatsächlich zu einer Aussperrung auf den Bohrplattformen in der Nordsee nach dem 9. November kommt, meinte sie. Der Reedereiverband in Oslo kündigte die Aussperrung von 2 500 Beschäftigten in der Offshore-Industrie als Antwort auf einen seit vier Wochen dauernden Streik einiger hundert Mitglieder der Gewerkschaft OFS an.

Bestandsgarantie Verlangt

Eine Aussperrung nach Ablauf der Friedenspflicht am 9. November würde die gesamte Förderung beim weltweit drittgrößten Ölexporteur lahmlegen. Norwegen bringt pro Tag 3,3 Mill. Barrel Öl auf den Weltmarkt. Die streikenden OFS-Mitglieder wollen mit ihrer Aktion eine Bestandsgarantie für ihre Arbeitsverträge und wehren sich gegen deren Verlagerung zu ausländischen Unternehmen.

Weitere preistreibende Faktoren waren zu Wochenbeginn erneut die Angst vor Terroranschlägen auf Ölleitungen im Irak, die hohe chinesische Ölnachfrage, die offenbar unzureichenden amerikanischen Heizölreserven und Produktionsausfälle im Golf von Mexiko.

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