Stabilisierung
Glaubwürdige Politik stützt den Euro

Die Märkte scheinen der Politik in Sachen Griechenland zu vertrauen: Der Euro stabilisiert sich nach zwischenzeitlichen Verlusten um bis zu fünf Cent - trotz überbordender Schuldenlast und zweifelhafter Kommunikation.
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FrankfurtTrotz anhaltender Debatte über die Euro-Schuldenkrise und die Rettung Griechenlands hat sich die europäische Gemeinschaftswährung zum Wochenanfang stabilisiert. Der Euro kostete im Verhältnis zur US-Währung zuletzt 1,4405 Dollar. Ende vergangener Woche war der Euro stark unter Druck geraten, nachdem Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine weitere Zinserhöhung ausblieben und die Debatte über die desolate Schuldenlage Griechenlands hohe Wellen schlug.

Vorsicht und Zurückhaltung überwogen am Montag an den Märkten angesichts der jüngsten Irritationen über das Schicksal Griechenlands und der heftig von mehreren Seiten dementierten Gerüchte über ein Ausstieg des Landes aus der Euro-Zone. Die Sorge über die ungelöste Schuldenkrise in der Euro-Zone führte an den Aktienmärkten zu Kursverlusten.

Laut Experten zeigt die Stabilisierung des Euro aber, dass die Glaubwürdigkeit der europäischen Politik offenbar nur begrenzten Schaden genommen hat. So würden die Finanzmärkte es der Politik augenscheinlich abnehmen, dass ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion nach wie vor kategorisch ausgeschlossen wird, hieß es am Markt.

„Denn warum sollte die Regierung in Athen so etwas wollen“, unterstrichen die Devisenexperten der Commerzbank mit Blick auf die vielen ökonomischen Probleme, die ein Austritt mit sich bringen würde. Gleichwohl sei die Kommunikationspolitik vom Freitag „zweifelhaft“ gewesen.

Nachdem erste Meldungen zu dem vermeintlich geheimen Treffen führender Euro-Länder am Freitag aufgekommen waren, wurde es zunächst dementiert. Erst zu später Stunde wurde Stellung zu dem Inhalt des Treffens bezogen und erklärt, man habe sich mit Blick auf die Stabilität des Euro über die jüngsten Entwicklungen „informell ausgetauscht“. Darstellungen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone wurden von der EU-Kommission als „einfach falsch und absichtlich irreführend“ zurückgewiesen.

Gleichwohl wurde der Euro stark belastet und sank zeitweise auf gut 1,43 Dollar, nachdem die EZB den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,4501 festgesetzt hatte. In der Spitze hatte der Euro vergangenen Donnerstag und Freitag rund fünf Cent an Wert verloren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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