Starker Yen
Japan bereitet sich auf weitere Intervention vor

Japans Regierung rüstet sich wegen des starken Yen für einen neuen Eingriff am Devisenmarkt. Die Exportindustrie, Japans größte Wirtschaftslobby, drängt schon seit einer Weile auf Unterstützung.
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Tokio/New YorkDer japanische Finanzminister hat verlauten lassen, seine Behörde werde "entschiedene" Maßnahmen ergreifen, um den Anstieg des Yen zu bremsen. "Ich habe meine Mitarbeiter angewiesen, sich jederzeit zum Eingreifen bereit zu halten", sagte Azumi einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge am Dienstag in Tokio. Spekulationsbewegungen seien sehr markant geworden. Bereits am Montag hatte Azumi gesagt, die Regierung müsse handeln, wenn spekulative Geschäfte zunähmen.

Der Minister sagte zudem, er wisse um das Risiko, dass eine weitere Wertsteigerung des Yen die einheimischen Exportunternehmen schädigen könne. Die Branche nannte er das Salz und Brot der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Er bekräftigte, dass die Politiker keine Möglichkeit ausschlössen, mit dem starken Yen umzugehen.

Am Dienstag Morgen wurde der Yen bei 76,10 gehandelt. Am Freitag hatte er ein Rekordhoch zum Dollar erreicht: Die US-Währung nur noch 75,78 Yen wert. Bereits im August hatte Japan interveniert, doch die Bemühungen, die Wertsteigerung aufzuhalten, waren gescheitert, weil Anleger im Yen Zuflucht vor der europäischen Schuldenkrise und dem verlangsamten Wachstum in den USA suchen.

Einem unbestätigten Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge wollen sich die Entscheider der japanischen Notenbank am Mittwoch treffen, um in einer Tageskonferenz die Auswirkungen des starken Yen auf die japanische Wirtschaft zu diskutieren.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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