Trendwende
Syrienkonflikt lässt Ölpreis steigen

Die Entscheidung der EU, das Waffenembargo gegen Syrien zu beenden, sorgt am Markt für Sorgenfalten. Die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts lässt die Preise anziehen. Zuvor waren sie eine Woche lang auf Talfahrt.
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SingapurDie Angst vor einer Ausweitung des Syrienkonflikts nach dem Auslaufen des Waffenembargos der EU im Sommer hat am Dienstag die Ölpreise angetrieben. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 104,06 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 94,75 Dollar 0,7 Prozent mehr.

„Die Entscheidung der EU, das Embargo für Waffenverkäufe an syrische Rebellen aufzuheben, läuft auf eine Risikoprämie an den Ölmärkten hinaus“, erklärte Oliver Jakob, Energie-Analyst bei der Beraterfirma Petromatrix im schweizerischen Zug.

Am Vortag hatten sich die EU-Außenminister nicht auf eine Verlängerung des Waffenembargos einigen können. Vor allem Großbritannien und Frankreich setzten gegen erbitterten Widerstand Österreichs und anderer Staaten durch, dass ab August Waffen an die Opposition gegen Präsident Baschar al-Assad geliefert werden können.

Laut Händlern stützte zudem der wieder wachsende Optimismus der Anleger über die Weltkonjunktur die Ölpreise. Die freundliche Tendenz an den Aktienmärkten tue ein übriges, hieß es. Dass in den USA die Benzinnachfrage zu Beginn der Reisesaison bislang nicht so stark wie von vielen erwartet ausgefallen sei, bremse den Preisanstieg etwas.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trendwende: Syrienkonflikt lässt Ölpreis steigen"

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  • @Justizius

    in Zeiten der Finanzdominanz (und Manipulationen auf höchster Ebene) ist Wirtschaft, was Preise/Kurse angeht komplett irrelevant (nicht wirklich natürlich, aber in der Wahrnehmung). Sie wird allenfalls noch als Feigenblatt für irgendwelche "Erklärungen" an den Haaren herbeigezogen, um die dahinterstehenden wirklichen Treiber unserer unwirklichen, virtuellen Wirtschaftswelt (Stichwort Statistiken) zu verschleiern. Bis das ganze Ponzi-Schema kollabiert. Dann kommt die Wirklichkeit zurück und zwar mit Wucht.

  • @ole

    Die "Jungs" (und ihre Chefs) verlieren ihre Job erst recht, wenn sie AUF Linie bleiben - weil irgendwann keiner mehr diese CopyPaste-Ware, Verdrehungen und Auslassungen liest. Die relevante Info und tiefergehende Interpretationen ALLER Couleur kann man sich aus dem Internet zusammensuchen (u.a. auch im englisch-sprachigen Bereich), wobei man da sicher nicht alles glauben bzw. für bare Münze nehmen darf (wie man es auch bei den Systemmedien nicht sollte), sondern selber darüber nachdenken muß. Oder man wartet ein bischen, dann kommt es auch in deutschen Blogs oder semi-alternativen Medien ohne "Verschwörungstheorie"-Touch:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/28/eu-lockert-waffenembargo-in-syrien-geht-es-um-erdgas/

    Oder eben in schweizer und österreichischen Zeitungen, deren Medienlandschaft offenbar noch freier ist.

  • Mal abgesehen davon, dass ein Großteil der in Zeitungen bzw. im Internet publizierten sog. Nachrichten ohnehin gesteuert ist, frage ich mich manchmal wirklich ernsthaft, welche geistige Haltung unsere Wirtschaftsführer auf der Erde haben?! O-Ton Handelsblatt in diesem Artikel "Grund für die Unruhe waren zwischenzeitlich Konjunktursorgen". Zwischenzeitlich!?! Ich ging in meiner jugendlichen Naivität und nach BWL Studium eigentlich immer davon aus, dass Wirtschaft auf lange Sicht ausgerichtet sei. Man kauft als Industrie-Unternehmer ja schließlich auch keine Maschine, um sie dann nach einer Woche wieder zu verkaufen.

    Ich glaube also eher, dass es sich bei diesem HB-Artikel um eine Zeitungsente handelt.

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