Über 81 Dollar
US-Ölpreis erreicht neuen Rekordstand

dpa-afx SINGAPUR. Der US-Ölpreis hat am Dienstag mit über 81 Dollar einen neuen Rekordstand erreicht. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Oktober in der Spitze 81,23 Dollar und damit 66 Cent mehr als am Montag. Die alte Rekordmarke vom Montagabend mit 80,70 Dollar wurde damit deutlich übertroffen.

Händler führten den neuerlichen Preisschub auf die Sorge vor möglichen Engpässen beim Ölangebot zurück. Das Angebot könnte sich mit Blick auf den Bedarf im nahenden Winter in den USA als zu gering erweisen. Händler verwiesen zudem auf technische Faktoren. So laufe der aktuelle Oktober-Kontrakt des WTI in den nächsten Tagen aus, was Investoren offensichtlich zu Käufen bewegt habe.

Keine nachhaltige Entspannung am Ölmarkt in Sicht

Der Ölpreis dürfte bis zum Jahresende von seinen jüngsten Rekordständen zwar wieder etwas zurückkommen, eine nachhaltige Entspannung am Ölmarkt ist allerdings nicht in Sicht. Nachdem der Ölpreis in der vergangenen Woche an der Nymex erstmals über 80 Dollar je Barrel geschlossen hat, erhöhten die von Dow Jones Newswires regelmäßig befragten Ölmarktexperten ihre Prognosen für das vierte Quartal im Schnitt für die in Nordamerika besonders wichtige Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 1,30 Dollar auf 68,00 Dollar je Barrel und für die Nordseesorte Brent um 2,00 Dollar auf 68,00 Dollar je Barrel.

Im Jahresschnitt 2007 und 2008 rechnen die Experten nun mit einem WTI-Ölpreis von jeweils 66,00 (Vormonat: jeweils 65,00) Dollar je Barrel. Für Brent wird 2007 die Notierung bei 67,00 (66,20) Dollar gesehen, im kommenden Jahr dürfte sich der Preis dann geringfügig auf durchschnittlich 65,00 (64,00) Dollar vermindern.

Nach Einschätzung von Andy Sommer von der HSH-Nordbank liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Preis-Hausse derzeit bei unter 50 Prozent. Sommer erwartet für die kommenden Quartale eine volatile Seitwärtsbewegung des Ölpreises. Die Risiken aus der Hurrikansaison im Atlantik und den geopolitischen Entwicklungen blieben jedoch bestehen, warnte der Experte. Er sieht den Ölpreis der Sorten Brent und WTI im Jahresschnitt 2008 bei jeweils 65,00 Dollar je Barrel.

Einige Ölexperten rechnen dagegen für das kommende Jahr mit weiter steigenden Notierungen. So geht Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg davon aus, dass die steigende weltweite Nachfrage und insbesondere die steigenden Ölimporte Chinas den Preis treiben werden. Zudem erhöhe die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre Förderquote nicht schnell genug. Vor diesem Hintergrund sieht Schallenberger den Brent- und WTI-Ölpreis im kommenden Jahr auf durchschnittlich 78,00  bzw. 80,00 Dollar je Barrel steigen.

Die Opec hatte in der vergangenen Woche beschlossen, angesichts der hohen Ölpreise ihre tägliche Fördermenge anzuheben. Die Fördergrenze wird ab dem 1. November um 500 000 Barrel pro Tag (bpd) auf 27,2 Mio bpd gesteigert. Der Beschluss sei eine Reaktion auf die Besorgnisse in den Verbraucherländern, hieß es. Ökonomen hatten sich nach dem Beschluss enttäuscht über die geringe Steigerung gezeigt.

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