Unsichere Zeiten
Yen als sicherer Hafen wieder gefragt

Dollar und Euro geben nach, davon profitiert der Yen. Japans Ministerpräsident Abe setzt auf eine schwache Währung. um den Export anzukurbeln – davon profitieren jetzt die Anleger.
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FrankfurtDie Unsicherheit der Anleger über die Konjunkturentwicklung in Japan nach einer enttäuschenden Rede von Ministerpräsident Shinzo Abe hat dem Yen als sicherem Hafen ein Comeback beschert. Dollar und Euro gaben am Mittwoch etwas nach. Beide Währungen haben zum Yen seit dem Amtsantritt Abes - er gilt als Verfechter eines schwachen Yen zur Ankurbelung der Exporte - kräftig aufgewertet. Daher dürften einige Anleger die Gelegenheit auch für Gewinnmitnahmen genutzt haben. Der Dollar rutschte unter die psychologisch wichtige 100-Yen-Marke und notierte mit 99,55 Yen nach 100,08 Yen am Vorabend in New York. Der Euro rutschte auf 130,05 von 130,82 Yen am Vorabend.

Der Yen wird von vielen Anlegern in unsicheren Zeiten favorisiert - selbst wenn die schlechten Nachrichten aus Japan kommen. Händler schlossen nicht aus, dass noch höhere Kursverluste des Dollar möglich seien, obwohl die Spekulationen auf ein baldiges Ende der ultralockeren US-Politik den Dollar attraktiver machen. Doch sei dies am Mittwoch am Devisenmarkt in den Hintergrund getreten.

Die Enttäuschung über Abe hatte in Tokio den Nikkei-Index um fast vier Prozent ins Minus gedrückt . In seiner Rede hatte Abe die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens als wichtigstes Ziel angekündigt, aber nicht erklärt, wie er das erreichen will. „Die Regierung hat sich rosige numerische Ziele gesetzt, aber ich frage mich, wie sie so etwas bewerkstelligen wollen. Eine Planwirtschaft kann doch nicht das Ziel sein“, kritisierte ein Analyst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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