US-Konjunkturerholung steht auf schwachen Beinen
Händler: Euro sollte weiter zulegen

Keine spürbare Reaktion zeigten die Devisen auf die jüngsten US-Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Für die kommenden Handelstage rechnen Händler mit einem erneuten Anstieg des Euro.

HB FRANKFURT. Am Nachmittag notierte der Euro mit 1,1797 Dollar nach 1,1796 Dollar zum Handelsschluss am Vorabend in New York.Am Vormittag war er bis auf 1,1846 Dollar geklettert. Der Vergleich der Referenzkurse vom Donnerstag und vom Mittwoch belegte deutliche Kursgewinne der Gemeinschaftswährung. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs mit 1,1786 (Mittwoch 1,1694) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde der Kurs mit 1,1785 (1,1672) Dollar ermittelt.

„Der Euro war stark gefragt. Knapp unter der Marke von 1,1850 Dollar haben dann aber Gewinnmitnahmen eingesetzt“, erklärte eine Händlerin in Frankfurt die Kursschwankungen der europäischen Gemeinschaftswährung.

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lag in der Woche zum 18. Oktober bei 386 000. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt eine Zahl von 385 000 prognostiziert. In der Vorwoche hatten 390 000 Personen neue Anträge auf die staatliche Unterstützung eingereicht. „Die Zahlen zu den Erstanträgen sind nicht besonders positiv und können dem Dollar keine große Unterstützung bieten“, sagte ein Händler. Eine Händlerin ergänzte: „Die Zahlen reichen nicht aus, um die Angst vor einer Jobless Recovery auszuräumen.“ Unter „Jobless Recovery“ verstehen Volkswirte eine konjunkturelle Erholung, die nicht stark genug ist, um ein Beschäftigungswachstum in Gang zu setzen.

Mit Blick auf die US-Konjunktur befürchten viele Analysten, dass die derzeitige Erholung nur vorübergehend sein könnte. Für eine nachhaltige Erholung bedürfe es einer Belebung des Arbeitsmarktes. Nur ein Wachstum der Beschäftigung könne für eine deutliche Zunahme des privaten Konsums sorgen. Der Konsum ist traditionell die wichtigste Stütze der Konjunktur in Übersee.

Insgesamt sehen Marktteilnehmer den Euro weiterhin in einer Aufwärtsbewegung. „Vielleicht schon am Freitag, spätestens aber nächste Woche, werden wir sehen, dass der Euro weiter steigt“, hieß es im Markt. Abhängig sei die Kursentwicklung von Zahlen aus den USA. Seit Jahresbeginn hat der Euro zum Dollar mehr als zwölf Prozent zugelegt.

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