USA wird Wachstumsmarkt der Zukunft
Erneuerbare Energien starten endlich durch

Erneuerbare Energien werden auch dort einen Aufschwung erleben, wo bislang politischer Widerstand ihre Entwicklung bremste: In den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Land mit dem weltweit größten Energieverbrauch.

Nachdem der Ex-Ölunternehmer George W. Bush die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 für sich entschieden hatte, verdüsterten sich die Aussichten für alternative Energien zunächst. Einen weiteren Rückschlag erlitt die Branche, als Präsident Bush sein Land gegen das Kyoto-Protokoll in Stellung brachte. Das Protokoll verlangt von allen Unterzeichnern eine Reduktion klimaschädlicher Emissionen. Bald darauf aber überraschte Bush, der ehemalige Gouverneur des Ölstaates Texas, die Öffentlichkeit: Er legte ein Energiegesetz vor, das starke Akzente auf alternative Energielösungen setzte. In den vergangenen vier Jahren wurde das Gesetz von Senat und Kongress dreimal zur Abstimmung gebracht, aber jedesmal verwehrten Senatoren und Abgeordnete dem Gesetzesentwurf die Zustimmung. Während die meisten Maßnahmen von beiden Parteien unterstützt wurden, gab es doch eine handvoll kontroverser Punkte, die dafür sorgten, dass das Gesetz auf der Agenda Washingtons zunächst an Priorität verlor.

2004 wurde George W. Bush wiedergewählt und konnte sich sowohl im Senat als auch im Kongress einer Mehrheit sicher sein. In Kombination mit den gestiegenen Öl- und Gaspreisen herrschte somit 2005 ein günstigeres Umfeld für weitreichende Energiegesetzgebungen. Am 9. August 2005 unterzeichnete Bush schließlich sein Energiegesetz. Von nun an sollen das Stromnetz, die Produzenten erneuerbarer Energien und die Entwickler der sauberen Nutzung von Kohle gefördert werden. Dies könnte für die Unternehmen der Branche noch weitreichende Auswirkungen haben.

Der wohl wichtigste Teil des Gesetzes sind Steuerbegünstigungen bei der Produktion von Strom aus Windkraft, Biomasse, Erdwärme und kleinen Wasserkraftwerken. Solar-, Brennstoffzellen- und Mikroturbinen-Systeme wurden durch Steuernachlässe bei der Anschaffung verbilligt. Das Gesetz führt außerdem verbindliche Standards für das Stromnetz ein und fördert finanziell die Entwicklung von superleitenden Kabeln. Im Hinblick auf Kraftstoffe verlangt das Gesetz nach einer Verdoppelung der Verwendung von Biokraftstoffen bis 2012.

Die meisten Unternehmen und Sell-side-Analysten glaubten nicht an ein baldiges Inkrafttreten des Gesetzes, als sie ihre Gewinnprognosen für 2005 und 2006 verkündeten. Es ist daher möglich, dass das Energiegesetz in einigen Fällen für zusätzliche Gewinne sorgt, die über die Schätzungen hinausgehen. Weit wichtiger ist jedoch, dass das Energiegesetz eher langfristiger Natur ist sowie ein unterstützendes und stabiles Umfeld für die Energietechnologie-Industrie schafft.

Darin liegen die Chancen für Investitionen in Technologien erneuerbarer Energien. Mit Ausnahme großer Wasserkraftwerke decken erneuerbare Energien weniger als zwei Prozent der weltweiten Energieversorgung ab. Die Branche könnte daher auf absehbare Zeit überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen, wenn Windkraft, Solar- und Biomassenenergie zu den konventionellen fossilen Energieträgern aufschließen. Obwohl einige Anbieter bereits mehrere Milliarden Dollar jährlich umsetzen, handelt es sich noch immer um Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase. Mit politischer und öffentlicher Unterstützung werden diese Firmen aber genug Geld für die nötigen Investitionen erwirtschaften können. Denn angesichts hoher Energiepreise und des steigenden Umweltbewusstseins sollte der Markt für alternative Energien in den kommenden Jahren noch weiter aufblühen.

Die Autoren: Robin Batchelor und Poppy Buxton sind Fondsmanager des MLIIF New Energy Fund.

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