Verluste aufgeholt
Rohstoffpreise ziehen wieder an

Die Zinserhöhung in China hatte die Rohstoffmärkte gestern belastet. Inzwischen scheint die Nachricht aber verdaut. Analysten erwarten, dass die Wachstumsaussichten für China ungetrübt bleiben und die Nachfrage nach Rohstoffen hoch bleiben wird.
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HB FRANKFURT. Nach den teilweise drastischen Kursverlusten des Vortages sind einige Anleger am Mittwoch in den Rohstoffmarkt zurückgekehrt. An den weltweiten Konjunkturaussichten habe sich nach der überraschenden Zinserhöhung in China nichts geändert, betonte Analyst Pradeep Unni vom Brokerhaus Richcomm Global. Auch mit einer deutlichen Aufwertung des Dollar sei angesichts der bevorstehenden erneuten Lockerung der US-Geldpolitik nicht zu rechnen.

Für seinen Kollegen Yingxi Yu von der Barclays Bank waren die Vortages-Verkäufe lediglich eine Reflex-Handlung. "Nun lehnen sich die Leute aber zurück und überlegen, wie die Zinssenkung das Wachstum in China beeinflusst. Die Antwort: Wohl nicht allzu stark." Den Rohstoff-Hunger des Landes werde die Straffung der dortigen Geldpolitik nur leicht dämpfen.

Am Rohöl-Markt übersprang der Preis der richtungweisenden US-Sorte WTI wieder die Marke von 80 Dollar und verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 80,50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Nordsee-Öl der Sorte Brent notierte ebenfalls 1,3 Prozent fester bei 82,16 Dollar. Am Dienstag waren die Preise um jeweils etwa vier Dollar eingebrochen.

Auch der Gold-Preis zog wieder an. Eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls notierte 0,4 Prozent fester bei 1341,05 Dollar. Analyst Hou Xinqiang von Jinrui Futures sagte eine größere Korrektur voraus, nachdem der Gold-Preis vergangene Woche mit 1387,10 Dollar ein Rekordhoch markiert hatte.

Edelmetall-Händler Ronald Leung von Lee Cheong Gold Dealers vertrat die gegenteilige Meinung: "So lange die US-Zinsen niedrig bleiben und die chinesischen Sätze nicht allzu schnell steigen, besteht die Chance auf weitere Kursgewinne." Silber machte sein Vortagesminus ebenfalls teilweise wett und verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 23,70 Dollar.

Kupfer legte 0,2 Prozent auf 8273,75 Dollar je Tonne zu. Ben Westmore, Volkswirt der National Australia Bank, wertete die Zinsentscheidung als Bestätigung des starken Wachstums in China. Rund 30 Prozent des weltweiten Kupfer-Bedarfs - 2010 voraussichtlich 19 Mio. Tonnen - entfallen auf dieses Land. Außerdem erwarten Analysten Angebotsengpässe bei dem für Wasserrohre und Stromkabel benötigten Metall.

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