Versorger sehen Netzöffnung als Kostenfaktor
Teures Öl zieht auch den Gaspreis nach oben

Nach dem Ölpreisanstieg müssen sich die Energieverbraucher auch auf höhere Gaspreise einstellen. Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Uwe Steckert, bezeichnete steigende Gaspreise am Dienstag in Berlin als „wahrscheinlich“. Zahlen nannte er allerdings nicht.

dc/juf/mjh DÜSSELDORF. Führende Gasimporteure haben bereits angekündigt, dass sie ihren Kunden wegen der gestiegenen Ölpreise höhere Preise in Rechnung stellen wollen. Die Ruhrgas will nach jetzigem Stand zum 1. Oktober 7 bis 8 % mehr verlangen, die Verbundnetz Gas AG (VNG) rechnet mit einem Preisanstieg im vierten Quartal von 6 bis 7 %. Die Ferngasgesellschaften liefern vor allem an Stadtwerke und Regionalversorger, an große Industriekunden teils auch direkt. Ob die Erhöhungen an die Endkunden weitergegeben werden, sei vor allem Sache der Kommunalversorger, sagte Ruhrgas-Vertriebsvorstand Michael Pfingsten.

„Tendenziell geben die weiter verteilenden Kunden, also Regionalversorger und Stadtwerke, ihre höheren Bezugspreise weiter“, sagte Ulrich Jotzo, Erdgashändler bei der Aachener Trianel AG. Wann und in welcher Höhe hänge von Markteinschätzungen ab. Noch wollen sich die Kommunalversorger nicht festlegen. „Das werden wir im Herbst entscheiden“, sagte ein Sprecher der Berliner Gasag. „Wir müssen die Entwicklung abwarten“, heißt es bei den Stadtwerken Düsseldorf.

Steckert verwies darauf, dass die deutsche Gaswirtschaft kaum Einfluss auf den Preis habe: Sie bezieht mehr als 80 % des Erdgases aus dem Ausland. Wie steigende Preise über die Lieferkette durchschlügen, hänge aber auch stark von den einzelnen Verträgen ab, sagt ein Sprecher der Wintershall AG. Vor allem Industriekunden hätten sehr unterschiedliche Klauseln vereinbart. Entsprechend stark unterschieden sich die Zeitverzögerungen, mit der eine Ölpreisbewegung weiter gegeben werde, erläutert der Sprecher.

Die weitere Liberalisierung des Gasnetzzugangs wird nach Ansicht von BGW-Präsident Steckert entgegen der verbreiteten Hoffnung vorerst nicht die Preise senken. Der Gaswirtschaft drohe durch die gesetzlich geforderte Entflechtung der Unternehmen vielmehr ein Kostenschub, da Synergieeffekte wegfielen. Nach dem geplanten Energiewirtschaftsgesetz, mit dem die Bundesregierung EU-Vorgaben folgt, sollen Gas- und Stromversorger ihren Netzbetrieb strikt von anderen Unternehmensabteilungen trennen und in separaten Gesellschaften führen. Freilich verdichten sich Anzeichen, dass sich das Gesetzgebungsverfahren über den 1. Juli hinaus um mehrere Monate verzögert.

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