Vor Fed-Entscheidung
Euro verteidigt Gewinne

Für viele Anleger ist das ESM-Urteil des Verfassungsgerichtes kein Thema mehr. Gespannt blicken sie auf die Fed-Entscheidung am Abend. Trotzdem konnte der Euro seine Gewinne verteidigen und könnte noch weiter steigen.
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Frankfurt Vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der US-Notenbank Fed über eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik hat der Euro seine Gewinne verteidigt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Donnerstagmittag 1,2910 Dollar, nachdem sie am Vortag bei 1,2936 Dollar den höchsten Stand seit vier Monaten erklommen hatte. Damit liegt der Euro gut vier Cent über seinem Kurs von Anfang September. Für den Höhenflug am Mittwoch hatte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes gesorgt, den europäischen Rettungsschirm ESM durchzuwinken. Unterstützung erhielt die Gemeinschaftswährung aus den Niederlanden. Dort erhielten die europafreundlichen Parteien bei der Parlamentswahl die Mehrheit.

Schnell lenkten die Börsianer allerdings ihre Aufmerksamkeit weg von der Eurozone und hin zu den USA. Um 18.30 Uhr (MESZ) wird die Entscheidung der US-Notenbank darüber erwartet, ob sie ein neues Anleihekaufprogramm ("QE3")auflegt oder nicht. Es wäre das dritte Mal, dass die Fed damit die Notenpresse anwerfen würde. Die Zinsen in den USA liegen schon bei null Prozent. "Auch wenn der Markt größtenteils eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet, dürfte es mit dem Euro nach oben gehen. Er könnte sogar bis 1,30 Dollar klettern", prognostizierte Gavin Friend, Währungsanalyst bei der National Australia Bank. Anita Paluch, Händlerin bei Gekko Global Markets, sagte: "Tut Bernanke nichts, wäre das eine riesige Enttäuschung."

Auf dem europäischen Rentenmarkt tummelten sich Schnäppchenjäger, die nach dem als übertrieben eingeschätzten Ausverkauf vom Vortag beim Bund-Future zugriffen. Der Terminkontrakt auf die zehnjährige deutsche Bundesanleihe notierte gegen Mittag 44 Ticks im Plus bei 140,00 Punkten. Die Bundesanleihe rentierte mit 1,556 (Vorabend 1,595) Prozent.

Der Verkauf italienischer Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten am Vormittag lief nach Aussagen von Analysten gut. Das klamme Land begab drei Papiere, die 2015, 2017 und 2026 fällig werden. Das Volumen lag mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro am oberen Ende der zuvor angepeilten Spanne. Die Rendite für dreijährige Papiere sank auf 2,75 Prozent und erreichte den niedrigsten Stand seit Oktober 2010. Bei einer Emission im Juli waren es noch 4,65 Prozent. Besonders genau beäugten Börsianer den Bond mit Fälligkeit 2026, die längste Laufzeit eines italienischen Papieres seit einem Jahr. "Die Anleihe mit der langen Laufzeit hat vor allem einen symbolischen Wert", sagte Analyst Gianluca Ziglio von UBS. Das Volumen sei zwar niedrig. Aber: "Vor kurzem war die Nachfrage nach so einem Papier noch gleich null."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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