Währung unter Druck
1 Euro = 1 Dollar?

Der Euro ist weiter unter Druck. Zum Dollar rutscht die europäische Einheitswährung immer weiter ab. Erste Analysten prognostizieren mittlerweile sogar die Parität zum Dollar.
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DüsseldorfDer Euro fällt und fällt. In der vergangenen Woche fuhr die europäische Gemeinschaftswährung den vierten Wochenverlust gegenüber dem Dollar ein. Der Euro rutschte sogar unter seinen Ausgabekurs aus dem Jahr 1999. Experten sind wenig optimistisch, dass der Negativtrend zeitnah endet. Im Gegenteil: Sogar die Parität zum Dollar scheint nicht mehr ausgeschlossen.

Die Devisenexperten der ING erwarten, dass die Gemeinschaftswährung innerhalb von zwei Jahren auf einen US-Dollar zurückfallen wird – ein Minus von mehr als 15 Prozent. Auch wenn die Niederländer damit noch eine Minderheitsmeinung vertreten, lässt ihre Prognose aufhorchen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie derart pessimistisch gestimmt sind.

Mit einer besonders negativen Einschätzung lieferten die ING-Experten im Vorjahr nach Angaben des Börseninformationsdienstes Bloomberg die akkurateste Prognose für die Wechselkurs-Entwicklung. Die Niederländer sehen keinen Grund, von ihrer Negativmeinung nun abzurücken. „Wir zählen zu den größten Pessimisten für Euro-Dollar”, sagt ING-Devisenstratege Petr Krpata.

Mit ihrer negativen Prognose stehen die ING-Experten aber nicht ganz alleine da. Auch in den Devisenabteilungen der ABN Amro Bank und der Citigroup, immerhin der weltgrößte Devisenhändler, rechnen bis Ende 2016 mit einer Euro-Dollar-Parität.

So negativ sind allerdings die wenigsten Strategen gestimmt. In einer Bloomberg-Umfrage sagen 30 Devisen-Experten für Ende 2016 einen durchschnittlichen Kurs von 1,15 Dollar voraus. Zum Vergleich: 2014 hatte das Jahreshoch noch bei 1,3993 Dollar gelegen. Die vergangene Handelswoche beendete der Euro bei 1,1842 Dollar und hat damit die psychologisch wichtige Marke von 1,20 unterschritten. So tief hat der Euro seit fast zehn Jahren nicht mehr notiert. „Dies könnte nun der Startpunkt für einen weiteren Kursabfall Richtung 1,15 gewesen sein“, sagt Christopher Dembik, Volkswirt der Saxo Bank.

Doch es gibt – allen psychologischen Marken zum Trotz – natürlich auch harte Fakten, die den Euro abrutschen lassen dürften. Dembik nennt zum einen das Wiederaufleben der Staatsschuldenkrise und zum anderen das Anleihekauf-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB), um eine Deflation ähnlich wie in Japan in der Euro-Zone zu verhindern.

Die ING-Experten gehen davon aus, dass die erwarteten Maßnahmen der EZB zur Wiederbelebung der Wirtschaft des Euro-Raums und zur Bekämpfung der Deflation die Währung stärker belasten werden als die meisten anderen Banken erwarten. Wenige Investoren würden Euro halten wollen, nachdem die Währungshüter die Geldmenge ausweiten, vor allem weil Vermögenswerte in Dollar durch potenzielle Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve attraktiver werden würden.

„Es sieht aus, als würde die Fed die Zinsen früher als erwartet erhöhen, potenziell Ende des zweiten Quartals, und das wird die unterschiedlichen Entwicklung in der Geldpolitik noch weiter vorantreiben”, sagt ING-Experte Krpata.

Kommentare zu " Währung unter Druck: 1 Euro = 1 Dollar?"

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  • Das Geld flieht aus Europa - und vor allem Deutschland.
    Ein wenig Grexit, Euroangst, die fatale Gesetzgebung zu EEG, Euro und Mindestlohn, Frühverrentung und eine unfähige Einheitspartei unter einer noch unfähigeren Kanzlerin vederben jeden Ansatz von guter Stimmung.

    Wer will es den Investoren verdenken, wenn sie das sinkende Schiff verlassen, um im vermeintlich besseren USA von Zinshike und Erholung profitieren zu wollen.

    Ob das gut geht, ist offen, eher zweifelhaft, denn in USA kracht es mächtig im Gebälk der Öl- und verarbeitenden Industrie nachdem Fracking zum Fehlschuß wurde.

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  • >> Die Devisenexperten der ING erwarten, dass die Gemeinschaftswährung innerhalb von zwei Jahren auf einen US-Dollar zurückfallen wird >>

    Das wir weniger als in einem Jahr passieren.

    Der Grund ist wohl der Ölpreisverfall und der Handel des Öls in $ !

    Die Amis werden den Europäern viel mehr € aus der Tasche ziehen für das Öl....zumal der Prewis in $ weiter fällt.

    So einfach ist das.

    Der € ist eine virtuelle Währung, die zum $ in einer absoluten Abhängigkeit steht.

    Die FED legt den Kurs fest. In 2 Jahren wird ein $ etwa 1,2 € kosten. Damit das Öl für die Europäer nicht zu billig wird !

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