Währungen
Euro legt deutlich zu

Die Angst um eine Griechenland-Pleite ist eine schwere Bürde für den Euro. Heute legt die Gemeinschaftswährung dennoch deutlich zu. Es geht Richtung 1,43 Dollar.
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FrankfurtTrotz der andauernden Sorgen um die Lage in Griechenland ist der Euro am Montag gestiegen. Die Gemeinschaftswährung kletterte am späten Nachmittag um fast einen US-Cent auf 1,4280 Dollar. Am Mittag hatte er noch unter 1,41 Dollar notiert. Händler verwiesen auf die Nachfrage von Staatsfonds, die den Kursrückgang am Vormittag zu Käufen nutzten.

Allerdings seien viele Anleger sehr zurückhaltend. Im Fokus der Märkte steht die Abstimmung des griechischen Parlaments über das Sparpaket der Regierung. Die Zustimmung der Abgeordneten ist Voraussetzung für die Auszahlung neuer Finanzhilfen. Signale auf eine mögliche Einigung über die Bankenbeteiligung an der Hilfe stützten den Euro etwas, sagten Händler.
"Wenn die Maßnahmen vom Parlament verabschiedet werden, wird das zwar sehr gut sein, aber das Problem ist auch die Umsetzung. Sollte das Problem nur um zwei oder drei Monate verschoben werden, stehen wir bald wieder vor demselben Problem“, erklärte Chris Walker, Währungsstratege bei der UBS. Das griechische Parlament stimmt am Mittwoch über das Sparpaket für die nächsten fünf Jahre ab. Noch in diesem Sommer muss Griechenland eine ganze Reihe von Anleihen über mehrere Milliarden Euro zurückzahlen.

Frankreich preschte mit der Beteiligung seiner Banken an den neuen Hilfen vor. Regierung und Banken des Landes hätten sich auf einen Vorschlag geeinigt, der privaten Gläubigern eine Laufzeitverlängerung für auslaufende griechische Staatsanleihen schmackhaft macht. In deutschen Bankenkreisen hieß es, der Vorschlag könne auch ein Modell für Deutschland sein. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärte Reuters Insider TV, dass Griechenland frische Mittel brauche. Die Lage sei ziemlich kritisch. Laut Moody's hat sich der Kapitalabfluss von griechischen Banken im Mai und Juni beschleunigt.

Unterstützung bekam der Euro auch von technischen Faktoren sowie dem andauernden Konjunkturpessimismus vieler Anleger für die USA. Denn die nur schleppende Wirtschaftsentwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft dürfte bis auf weiteres für eine Ausweitung der Zinsdifferenz zugunsten des Euro sorgen. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark betonte am Montag, dass die expansive Geldpolitik in der Euro-Zone nicht mehr angemessen sei. Analysten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der nächsten Woche die Zinsen in der Euro-Zone auf dann 1,5 Prozent von 1,25 Prozent anheben wird. In den USA stehen die Zinsen dagegen weiter nahe null Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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