Währungen
Euro ringt um Höchststand

Der Kurs des Euro erreichte am Montagmorgen den höchsten Stand seit einem Monat - doch dann bremsten ihn die Zweifel um den deutschen Standpunkt zu den Griechenland-Hilfen.
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FrankfurtUnsicherheit über die deutsche Haltung zu weiteren Griechenland-Hilfen hat am Montag den Euro gebremst. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag mit 1,4605 Dollar unter dem am Morgen erreichten Vier-Wochen-Hoch von 1,4657 Dollar und damit auch knapp unter dem Vorwochenschluss. Ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin hatte erklärt, es stehe noch nicht fest, ob Griechenland ein weiteres Hilfsprogramm benötige. „Dem Euro fällt es auf dem Niveau schwer, seine Gewinne auszuweiten“, erklärte ein Händler. Dies liege sowohl an der andauernden Unsicherheit über Griechenland als auch an technischen Faktoren.

Die EU und der Internationale Währungsfond (IWF) wollen weitere Hilfe vom Sparwillen der Athener Regierung und weiteren Privatisierungen abhängig machen. Nach Medienberichten könnte ein neues Hilfspaket ein Volumen von über 100 Milliarden Euro erreichen. Die Bundesregierung will zudem die Banken als private Gläubiger an den Hilfen beteiligen. In Griechenland wächst unterdessen der Widerstand gegen den Sparkurs.

Am Rentenmarkt rechnen die Anleger dagegen überwiegend mit neuen Hilfen für Griechenland. So gaben die Renditen der zweijährigen Staatsanleihen Athens<GR2YT=TWEB auf unter 23 Prozent nach. Die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bundesanleihen waren dagegen weniger stark nachgefragt. Der Bund-Future pendelte meist um seinen Freitagsschluss.

Signal für Zinserhöhung am Donnerstag erwartet

Ungeachtet der Probleme Griechenlands sowie der Lage in Irland und Portugal dürfte die EZB an ihrem zinspolitischen Kurs festhalten, erwarten Analysten. „Wir gehen davon aus, dass die EZB am Donnerstag eine Zinserhöhung für Juli signalisieren wird“, erklärte die Währungsstrategin von RBC Capital Marktes Elsa Lignos. Da zugleich in den USA eine Zinswende angesichts der schwachen Konjunkturentwicklung nicht erwartet wird, dürfte der Zinsvorteil des Euro weiter steigen. Die US-Arbeitsmarktdaten für Mai hatten am Freitag die Anleger enttäuscht und Spekulationen auf eine Zinswende in der weltgrößten Volkswirtschaft im Keim erstickt.

Vereinzelt wird schon über neue Liquiditätsspritzen für die US-Wirtschaft spekuliert. Die derzeitig laufenden quantitativen Maßnahmen werden Ende des Monats beendet. Fest steht nach Einschätzung der Commerzbank, dass die USA sich nur langsam von den Folgen der Rezession erholen. „Die Fed wird deshalb lange ultraexpansiv bleiben. Das wird den Dollar lange belasten“, schrieben sie. Die Commerzbank erhöht daher ihre Euro-Kursprognose auf Sicht von drei Monaten auf 1,50 von bisher 1,46 Dollar.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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