Währungskonten
Die ertragreiche Flucht aus dem Euro

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Exotische und volatile Währungen

Ein besonders großes Angebot an fremden Währungen bietet die Comdirect. Neben den populären Devisen bietet die Direktbank auch exotische Zahlungsmittel wie Mexikanische Peso oder Südafrikanische Rand. Auch hochvolatile Währungen wie der ungarische Forint sind im Angebot.

Anleger haben den Vorteil, dass sie bei der Commerzbank-Tochter kein Wertpapierdepot eröffnen müssen, um ein Fremdwährungskonto zu ergattern. Bei anderen Direktbanken wie Maxblue oder S-Broker ist das eine Bedingung.

Ein Nachteil bei Comdirect sind die hohen Gebühren für den Währungstausch. Die Konvertierung kostet bei allen Geldern bis auf den US-Dollar ein Prozent. Zum Vergleich: Maxblue, S-Broker und DAB Bank verlangen keine Gebühren dafür. Wer ein Depot dort eröffnen möchte, und vor allem auf populäre Währungen wie US-Dollar, britisches Pfund oder Schweizer Franken wetten möchte, sollte die günstigeren Anbieter bevorzugen.

Hohe Zinsen können Anleger bei ihrer Spekulation in der Regel nicht erwarten. Maximal drei Prozent gibt es bei Comdirect für den südafrikanischen Rand. Eine riskante Alternative für Zinsjäger mit Vermögen bietet die Sydbank. Kunden, die ihr Geld mindestens 30 Tage festlegen, erhalten teils ordentliche Zinsen. Bei der türkischen Lira liegt der Satz etwa bei 6,50 Prozent. „Anleger sollten sich aber gut überlegen, ob sie ihr Geld tatsächlich festlegen sollten“, sagt Herbst. „Wenn die Kurse kurzfristig stark fallen, riskieren Anleger einen großen Teil ihres Vermögens.“ Weiteres Manko: Kunden müssen mindestens 25.000 Euro anlegen.

Ohnehin sind Währungsspekulationen eher etwas für Profis. Wie unberechenbar die Flucht aus dem Euro sein kann, zeigt etwa der Schweizer Franken. Im Sommer vergangenen Jahres war ein Euro wegen der zunehmenden Eskalation der Euro-Schuldenkrise nur noch knapp einen Schweizer Franken Wert. Mit der Parität war es wieder vorbei, als die Schweizer Notenbank überraschend verkündete, dass sie keinen Mindestwechselkurs zum Euro von weniger als 1,20 Franken toleriere. Der Kurs des Euros sprang innerhalb kurzer Zeit auf bis zu 1,24 Franken.

Devisenanleger traf diese Intervention hart. Wer im Sommer 10000 Euro in 10100 Franken tauschte, konnte die Fremdwährung nach der Notenbank-Aktion nur noch gegen 8146 Euro wechseln. Das Risiko, dass Notenbanken intervenieren, besteht gerade in Krisenzeiten immer.

Kommentare zu " Währungskonten: Die ertragreiche Flucht aus dem Euro"

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  • @R2D2 Schauen sie sich mal die Kurven der Geldmenge im Vergleich zu denen der Realwirtschaft an.

    Das deutet auf einen Waehrungs-reset mit einem darauf folgenden Euro 2 an, falls die Staaten danach so etwas ueberhaupt weitermachen wollen.

    Wenn Sie sich aber ein paar der vielen Waehrungs resets der Vergangenheit ansehen, dann wird die alte Waehrung 10:1 gegen die neue Waehrung getauscht, ohne das die neue Waehrung jemals auch nur annaehernd zehnmal soviel wert gewesen ist. Zusaetzlich bekamen die Bankster einen besseren Austausch z.B. 5:1 zur "rekapitalisierung" der Banken obwohl die eigentlich an den Galgen gehoert haetten.

    Sofern jemand also vorher zu einer Waehrung wechselte die keinen Reset erlitt konnten er vermeiden 90% seines Geldvermoegens zu verlieren.

    In Amerika hatten beim letzten Mal einige versucht sich mit Gold zu schuetzen, dessen Besitz dann prompt verboten wurde, und die Buerger gezwungen wurden, ihr Gold gegen Papierwaehrung umzutauschen.

    Der Trick des FIAT Geldsystems ist die eingebaute Zeitspanne, welche dafuer sorgt, das beim naechsten Kollaps keiner mehr am Leben ist, der den letzten noch erlebt hat. Und im Schulunterricht wird dieses vitale Thema nicht gerade hervorgehoben.

  • wie wäre es mit Schweizer Franken Short...auf Dauer wir die Schweiz mir einem 1,20 Kurs nicht leben können...mittelfristiges Ziel (Spekulation) sind wahrscheinlich 1,50..

  • Schwachsinn! Da alle meine Einnahmen und Ausgaben in Euro bis zu meinen Tode in 50 Jahren ablaufen werden, warum soll ich mich da als Devisenspekulant betätigen ?!

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