Währungsmarkt
Eurokurs erholt sich

Aufgrund von Gewinnmitnahmen beim Dollar konnte der Euro am Freitag zulegen. Die Aussichten bleiben allerdings düster. Wachstum wird der Eurozone kaum zugetraut.
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FrankfurtDer Euro ist zum Wochenausklang wieder auf die Beine gekommen. Die Gemeinschaftswährung bewegte sich um 1,3245 Dollar, nachdem sie am Vortag in Reaktion auf schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone bis auf 1,3133 Dollar gefallen war. Händlern zufolge realisierten Anleger, die im Wochenverlauf auf den Dollar gesetzt hatten, am Freitag ihre Gewinne. Über die gesamte Woche gesehen, hat der Euro damit ein Plus von 0,4 Prozent geschafft.

„Nachdem die Angst vor einem bevorstehenden ungeordneten griechischen Zahlungsausfall in den Hintergrund getreten ist, liegt nun der Fokus wieder auf den Konjunkturdaten“, schrieb die WestLB in einem Kommentar. Zuversichtlich stimmende Signale kamen zuletzt am ehesten aus den USA. Daten aus der Eurozone und auch aus China hatten dagegen enttäuscht.

„Vor allem die sinkenden Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone erinnerten daran, dass die zusätzliche Liquidität nicht alle Probleme einfach wegspülen kann“, sagte Analyst Christian Apelt von der Helaba. Investoren blieben von daher bezüglich der Wachstumskraft der europäischen Schuldnerländer skeptisch.

Die Zweifel schlugen sich auch am europäischen Rentenmarkt nieder. Spanische und italienische Kreditausfallversicherungen verteuerten sich, die Renditen auf Staatsanleihen beider Länder zogen leicht an. So warfen spanische zehnjährige Papiere 5,6 Prozent ab, italienische 5,2 Prozent. Vor einer Woche noch lagen diese Sätze bei 5,2 beziehungsweise 4,9 Prozent.

Auch in portugiesische Papiere fanden Investoren kein rechtes Vertrauen. Die Rendite zehnjähriger Anleihen aus Lissabon zog leicht an auf 12,8 Prozent. Diese Papiere hatten vor einer Woche allerdings noch mit 13,7 Prozent rentiert. Für deutliche Entlastung hatte dann eine erfolgreiche Anleihenplatzierung über zwei Milliarden Euro am Mittwoch gesorgt. Die darauf zu zahlenden Zinsen waren so niedrig wie seit einem Jahr nicht mehr.

Von der Risikoaversion zum Wochenende profitierten die Bundesanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future stieg um 43 Ticks auf 137,52 Zähler. Zehnjährige Papiere rentierten mit 1,87 (spätes Vortagesgeschäft: 1,91) Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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