Währungsunion
Investoren rechnen fest mit dem Überleben des Euros

Internationale Investoren glauben nicht an ein Scheitern der Währungsunion. Hedge-Fonds, Vermögensverwalter und Banker schließen einer Umfrage der Großbank Barclays zufolge aber eine weitere Zuspitzung der Schuldenkrise nicht aus.
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LONDON. Zumindest einen Grund zur vorweihnachtlichen Freude gibt es für die Finanzminister in der Euro-Zone: Trotz des heftigen Bebens an den Märkten halten die internationalen Investoren ein Auseinanderbrechen der Währungsunion für extrem unwahrscheinlich. Das heißt aber nicht, dass die Großanleger nicht mit einer weiteren Zuspitzung der Krise rechnen.

Die britische Großbank Barclays hat 2 700 ihrer wichtigsten Klienten befragt, vor allem Hedge-Fonds, Vermögensverwalter und Banken. Ergebnis der Umfrage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt: Nur vier Prozent der Teilnehmer befürchten, dass sich die Euro-Krise so sehr zuspitzt, dass die Existenz der Währungsunion auf dem Spiel steht. Gleichzeitig rechnen aber auch nur sechs Prozent mit einer schnellen Entspannung, die es Staaten wie Irland oder Griechenland erlauben würde, sich 2011 an den Kapitalmärkten zu finanzieren. Die Mehrheit (57 Prozent) erwartet, dass noch weitere hochverschuldete Euro-Staaten unter den Rettungsschirm der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds schlüpfen müssen. Ein Drittel befürchtet gar, dass es zu Zahlungsausfällen und Umschuldungen kommen wird.

In den vergangenen Wochen sorgte die Angst der Anleger, dass auch Portugal oder sogar Spanien ein milliardenschweres Hilfspaket benötigen, immer wieder für Turbulenzen an den Märkten. "Viele Investoren sind nur noch leicht in den riskantesten Ländern engagiert", meint Piero Ghezzi von Barclays. Das sei eine gute Nachricht, weil die Anleger schnell wieder Positionen aufbauen könnten, falls sich die Lage besser als erwartet entwickele.

Auch die Volkswirte der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Euro-Krise im kommenden Jahr das beherrschende Thema in Europa bleiben wird. "Wir erwarten keine Verbesserung an den Märkten, solange die Länder, hinter denen derzeit Fragezeichen stehen, keine Hilfsangebote von der EU oder vom IWF erhalten", warnt Chefvolkswirt Thomas Mayer in einer Studie. Allerdings hofft Mayer, dass am Ende nur Portugal den Rettungsschirm in Anspruch nehmen muss. Zahlreiche Investoren fürchten, dass die Schuldenkrise eine neue Dimension erreichen würde, falls auch ein großes EU-Land wie Spanien um internationale Hilfe bitten müsste.

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  • pro-Euro, du enttäuscht mich,keinesfalls liegst du richtig.Nenne mir den Wert den du monatlich an Geldentwertung hast um locker den Namen Hyperinflation aussprechen zu können ? 50 % pro Monat das heisst nach ein Jahr kostet bei uns der Liter Milch 30ig Euro.Dieser Wert wurde spielend, in den letzten 20ig jahren von einigen Staaten erreicht.Die Zahlen von DE sprechen eine deutliche Spache, 1,8 billionen Staatsschulden 800 jahre Tilgung, sorry das sind die Fakten, bei GR,Espana,italien,Portugal,irland,ist es so, selbst wenn sie es wollten geht keine Rückzahlung ohne den eigenen Untergang zu erleiden,leg alle Zahlen auf den Tisch und du musst ehrlicher weise davon reden das dir das kaufen von Zukunft nicht mehr möglich ist,der total Ausfall, DER RUiN ist die Lösung,Der spekulative Kaitalismus,ist am ende seines Lateins,die bequemen Wähler wehrten dies anfänge nicht ab nun treffen die segnungen wenige und die Masse wird alles verlieren.nicht 10 oder 15 % inflation 8 jahre lang,die Zeit ist nicht vorhanden,jeder gedruckte schein vernichtet reale Scheine, sprich reale Werte.

  • Der Euro wird überleben, mit einer versteckten
    Währungsreform, d.h. wir werden ab 2012 (spätestens)
    eine jährliche inflation von gut 10-15% bekommen.
    Offizielle inflation ist aber 4,85%.(gefälscht wie alle Statistiken des bundes z.b.Arbeitslosigkeit)
    das ganze über 6-8 Jahre und wir haben dann eine komplette Geldentwertung. Die Gehälter und Löhne werden jährl. um die 5-6%steigen somit wird die inflation etwas abgefedert, es wird nicht ganz so schlimm vom bürger wargenommen und es gibt auch hier Profiteure (z.b.der Staat und seine Schulden....oder generell verschuldete bürger und Unternehmen...) Verlierer:bürger mit Sparguthaben, Lebensversicherungen, bundesschatzbriefen usw.
    die Kaufkraft wird aber auch im allgemeinen sinken,bedingt durch höhere Steuern und Sozialabgaben,niedrigere Renten usw.
    Szenario ist vergleichbar mit dem der Ostblock-Staaten in den 90´Jahre. Auch diese waren Pleite und mussten sich sanieren. Der Westen kann es auch nicht besser, der Name der Währung DM Euro XXX
    spielt keine Rolle solange Deutschland für ganz Europa haftet - Transferunion, auch diese wird "versteckt" eingeführt wird den bürgern als Eurobonds (alternativlos) verkauft.
    Fazit: Der Euro bleibt alternativlos, den Wertverlust dieser Währung bekommt jeder zu spüren...

  • @bürge(r)
    Sie haben recht.
    Die Zeit wird die Ungleichgewichte wieder ausgleichen, entweder durch (Währungs-) Reform oder Revolution. So wie es in der Geschichte schon immer gelaufen ist.

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