Yuan vs. Renminbi
Das Einmaleins zu Chinas Währungen

Die chinesische Notenbank hat mit ihrem Eingriff die Währung auf ein Vierjahrestief gedrückt. Doch sprechen wir vom Yuan, oder doch vom Renminbi? Und was steckt überhaupt hinter dem Eingriff in die Devisenwelt?
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PekingHeißt die chinesische Währung Yuan – oder doch Renminbi?
Im Grunde werden die beiden Bezeichnungen synonym verwendet. Renminbi ist eigentlich die Bezeichnung der Währung. Yuan nutzen die Chinesen meist, um einen bestimmten Betrag zu beziffern, zum Beispiel was Speisen im Restaurant kosten. Bis 1949 war Yuan die offizielle Bezeichnung der Währung. Die neue Volkswährung, der Renminbi, wurde eingeführt, kurz bevor Mao Zedong im Oktober des Jahres die Volksrepublik China ausrief. Wenn von der Offshore-Währung die Rede ist, mit der außerhalb des chinesischen Festlandes etwa in Hongkong oder Singapur gehandelt wird, spricht man immer von Offshore-Renminbi.

Warum hat die Notenbank den Yuan abgewertet?
Darüber gibt es verschiedene Ansichten. Die chinesische Zentralbank hat die Abwertung am Dienstag mit Marktkräften begründet. Der Yuan hatte zugelegt, obwohl er eigentlich wegen schwacher Wirtschaftsdaten hätte fallen müssen. Der Auftrieb hing mit dem US-Dollar zusammen, mit dem sich der Yuan zuletzt fast parallel entwickelt hatte. Ein schwächerer Yuan im Vergleich zum US-Dollar macht chinesische Exporte billiger. Die USA und andere Handelspartner werfen China vor, sind über eine künstlich niedrige Währung Preisvorteile zu sichern.

Wie kann China den Wechselkurs seiner Währung bestimmen?
Der Yuan kann sich nicht frei bewegen wie der Euro oder der Dollar. Peking nennt das Prinzip „manipuliertes Floating“. Konkret bedeutet der Mechanismus, dass die Zentralbank jeden Tag einen Referenzkurs zum US-Dollar bekannt gibt, um den sich die Währung um zwei Prozent nach oben und nach unten bewegen kann.

Wie hat die Zentralbank den Yuan abgewertet?
Sie hat am Dienstag den Referenzwert 1,9 Prozent tiefer als am Vortag festgelegt. Gleichzeitig kündigte sie an, künftig Marktkräften eine größere Rolle zu geben, also die Tendenzen des Marktes bei der neuerlichen Festsetzung des Referenzkurses zu berücksichtigen. Als Chinas Währung zum Ende des Handelstages am Dienstag um etwa 1,5 Prozent nachgegeben hatte, legte die Zentralbank den Referenzwert am Mittwoch dann knapp unter dem Schlusskurs des Vortages fest – und damit etwa 1,6 Prozent unter dem Referenzwert von Dienstag.

Warum lässt die Zentralbank Staatsbanken jetzt Dollar verkaufen?
Ziel ist offenbar, den Kurs der Landeswährung auf einem Kurs von 6,43 Yuan je US-Dollar zu stabilisieren. Das Vorgehen spricht dafür, dass das Herabsetzen des Referenzkurses am Dienstag als Teil der staatlichen Reformpläne einmalig umgesetzt wurde, um die Exportwirtschaft zu stärken und Chinas Führung kein Interesse daran hat, dass der Yuan ins Bodenlose fällt.


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Kommentare zu " Yuan vs. Renminbi: Das Einmaleins zu Chinas Währungen"

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  • Am dritten Tag in Folge
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    Der Yuan hat jetzt zum 3. Mal abgewertet.
    ■ Am Dienstag um 1,9%
    ■ Am Mittwoch um 1,6%
    ■ Am Donnerstag um 1,1%

    Die Spekulanten sind entsetzt. Ihnen geht der "Allerwerteste" auf Grundeis.
    Und die Weichwährung Euro profitiert auch noch davon, das ist gemein!

  • @ Peter Noack:
    „Der Renminbi stand vor einem Jahr noch auf 8,24 Renminbi für einen US – Dollar“

    Diese Information haben Sie exklusiv fuer sich. Jetzt mal ernsthaft, der RMB stand zuletzt bei 8.24 in 2005. Ich kann nur vermuten, dass Sie hier froehlich die Wechselkurse von USD und Euro zum RMB durcheinanderwerfen. Der RMB hatte in 2014 einen Kurs von 8.24 zum EURO, aber nicht zum USD. Ihre nachfolgende Argumentationskette ist damit purer Unsinn.

  • Chinas Währung auf Vierjahrestief? Hat das mal jemand hinterfragt? Der Renminbi stand vor einem Jahr noch auf 8,24 Renminbi für einen US - Dollar Er steht heute nach den senkungsmaßnahmen der Zentralbank bei 6,33. Vor der Senkung stand der Renminbi auf 6,10 zum Dollar. In einem Jahr hat also der Renminbi zum Dollar um 35,1 Prozent aufgewertet! Darüber wurde in den Medien und Nachrichtenagenturen kein einziges Wort verloren. Die Steigerung des Währungskurses würde für den Euro eine Kurssteigerung von 1,115 Euro auf 1,50 Euro bedeuten. Das gejammere möchte ich weder lesen noch hören. Denn der Euro und der japanische Yen haben nicht nur gegen den Dollar abgewertet, sondern der Renminbi ist gegenüber beiden Währungn um über 50 Prozent gestiegen. Wie kann ein Unternehmen in 12 Monaten diese Währungsexplosion verkraften? Dann aber den Einbruch der chinesischen Exporte laut beklagen, oder etzwa nicht? Die Exportgüter sind zwischen 35 und 50 Prozent teurer und kein Chinese hat auch nur einen Cent mehr gesehen. Da alle Nachrichtenagenturen, die Zentralbanken, die Ministerien und Chefvolkwirte in den gleichen Singsang einstimmen, muss etwas völlig anderes dahinter stecken. Darüber darf man nun wohl keine Nachrichten in den Medien mehr erwarten, oder? Wenn auf solche Fehlinformation sogar Devisenhändler an der Börse hereinfallen sollten, ist Glaubwürdigkeit nicht die korrekte Eigenschaft dieser Leute.
    Die Kurssteigerung des Renminbi gegenüber dem Dollar bedeutet zugleich ein Ansteigen des BIP, in Dollar gerechnet. Die 7 Prozent Wachstum 2015 bringen es dann auch 15.471 Mrd. US Dollar. Das ist die Steigerung um 35 Prozent in Dollar gerechnet. Das ist die lauthals beklagte Wirtschaftsschwäche der Chinesen, oder? Forschungsinstitute und Wirtschaftsweise mögen ja diese Zusammenhänge vernachlässigen. Hauptsache sie beraten die Regierung korrekt. Das wird man doch erwarten dürfen!

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