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Yukos kündigt Reduzierung seiner Ölexporte nach China an

Der russische Ölkonzern Yukos hat kurz vor dem Besuch des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao in Moskau eine deutliche Reduzierung seiner Exporte nach China angekündigt. Aufgrund finanzieller Engpässe könne von diesem Montag an nur noch den Transport von einem Drittel der üblichen 150 000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag finanziert werden, berichtete die Tageszeitung "Wedomosti" unter Berufung auf den Konzern. Experten werteten die Ankündigung als gezielte Provokation an die Adresse des Kremls.

dpa-afx MOSKAU. Der russische Ölkonzern Yukos hat kurz vor dem Besuch des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao in Moskau eine deutliche Reduzierung seiner Exporte nach China angekündigt. Aufgrund finanzieller Engpässe könne von diesem Montag an nur noch den Transport von einem Drittel der üblichen 150 000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag finanziert werden, berichtete die Tageszeitung "Wedomosti" unter Berufung auf den Konzern. Experten werteten die Ankündigung als gezielte Provokation an die Adresse des Kremls.

Yukos bestätigte den Exportstopp zunächst nicht. Der wichtigste Öltransporteur in Richtung China, die russische Eisenbahn, teilte in Moskau mit, man wisse nichts von einer Verringerung der Yukos- Exporte.

Am Freitag trifft sich Ministerpräsident Michail Fradkow mit Wen Jiabao. Yukos bringt den Kreml nach Expertenmeinung absichtlich in Bedrängnis. "Das ist eine absichtliche Provokation zu einem sehr sensiblen Zeitpunkt", sagte Chris Weafer, Chefstratege der russischen Investmentbank Alfa-Bank. Die russische Führung hatte China mehrfach zugesichert, dass der Fall Yukos die Lieferungen nicht beeinträchtigen werde.

Russland ist einer der wichtigsten Öllieferanten Chinas. Im ersten Halbjahr 2004 kamen 8,5 % der chinesischen Rohölimporte aus Russland. Wichtigster Exporteur ist der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte Yukos-Konzern. "Der Ölpreis steigt, weil weniger Öl auf dem internationalen Markt erhältlich ist. Zudem führen solche Ankündigungen immer zu Spekulationen, die die Preise in die Höhe treiben", sagte Kacha Kiknawelidse, Analyst bei der russischen Investmentbank Troika Dialog.

Yukos, bislang Russlands größter Erdölexporteur, hat laut "Wedomosti" seine Entscheidung mit der Sperrung der Geschäftskonten begründet. Dem Unternehmen fehlten die Mittel, um die Kosten für den Transport mit der Eisenbahn bezahlen zu können. Der Yukos-Konzern ist rechtskräftig zu Steuernachzahlungen von 2,8 Mrd. € für das Jahr 2000 verurteilt.

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