Börsengänge
So erfolgreich wie selten zuvor

Weltweit steigen die Aktienkurse. Dow Jones und Dax haben 2014 neue Rekordmarken gesetzt. Diese bespiellose Hausse wollen sich Unternehmen nicht entgehen lassen. Viele wagen den Gang an die Börse – mit großem Erfolg.
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Obwohl Alibaba Group Holding die Diskussion über Börsengänge im dritten Quartal allein aufgrund der schieren Größe seines IPOs dominierte, wären die drei Monate bis Ende September auch ohne das IPO des chinesischen Internetkonzerns die besten für Börsengänge seit vier Jahren gewesen.

Vom deutschen Internet-Einzelhändler Zalando bis hin zum chinesischen Fleischverarbeiter WH Group haben Unternehmen insgesamt 41,8 Milliarden Dollar über IPOs beschafft, wie Bloomberg-Daten belegen. In den USA war es sogar das beste Quartal seit über einem Jahrzehnt – ebenfalls ohne den Internetgiganten Alibaba, der Aktien für 25 Milliarden Dollar an die Börse brachte.

Rekordhohe Aktienkurse machen Börsengänge für die Aktienverkäufer attraktiv, gleichzeitig lohnt sich für die Investoren das Engagement bei Börsenneulingen: im Mittel haben sich neu gelistete Aktien in diesem Jahr weltweit dreimal so gut entwickelt wie der breitere Aktienmarkt. Auch wenn einige Börsenflops große Beachtung fanden, wurde dies durch den Erfolg von Alibaba und ähnlichen IPOs überstrahlt.

„Alibaba hat für noch mehr Belebung am IPO-Markt gesorgt“, sagte Liz Myers, globale Leiterin Aktienkapitalmärkte bei JPMorgan in New York. Das hat definitiv dazu beigetragen, dass die Stimmung für neue Transaktionen in einem ohnehin schon guten Jahr für IPOs noch besser wurde.“

Einschließlich Alibaba haben die Verkäufer mit Börsengängen im dritten Quartal insgesamt 66,8 Milliarden Dollar eingenommen – ein Rekord für den Zeitraum Juli bis September. Rund 40,1 Milliarden Dollar entfielen auf die USA, 8,6 Milliarden Dollar auf Europa und 14,3 Milliarden Dollar auf Asien, wie Bloomberg-Daten zeigen. Seit Jahresbeginn beläuft sich das weltweite IPO-Volumen damit auf 182,7 Milliarden Dollar.

Mit dem Boom bei Börsengängen bietet sich Verkäufern die Chance, seit langem bestehende Investments abzustoßen. So profitierte beispielsweise der US-Internetkonzern Yahoo, der seit 2005 bei Alibaba investiert ist, vom IPO des chinesischen Konzerns und verkaufte Alibaba-Aktien an Fondsmanager, die sich damit wiederum im chinesischen Konsumsektor engagieren wollen. Royal Bank of Scotland Group hat ihre US-Sparte Citizens Financial Group über die Börse verkauft, ING Groep trennte sich von knapp einem Drittel an seiner Versicherungssparte NN Group.

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