Chorus
Solar- und Windparkbetreiber macht mit Börsengang Ernst

Ab Montag können Aktien von Chorus Clean Energy gezeichnet werden – der bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber geht an die Börse. Anleger lockt das Unternehmen mit hohen Dividendeaussichten.
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FrankfurtDer bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy macht mit seinen Börsenplänen Ernst. Von Montag an können die Aktien des Unternehmens aus Neubiberg bei München zu einem Preis zwischen 9,75 und 12,50 Euro gezeichnet werden, wie Chorus am Freitagabend mitteilte. Damit sollen dem Eigentümer von 62 Solar- und Windparks und Betreiber von fünf weiteren Windanlagen mindestens 100 Millionen Euro zufließen. Mit dem Geld soll unter anderem der Kauf neuer Sonnen- und Windkraftwerke finanziert werden.

Insgesamt soll die von Berenberg und der BHF-Bank organisierte Emission bis zu 124 Millionen Euro schwer werden, weil auch einige der ehemaligen Chorus-Fondsanleger Aktien verkaufen wollen. Die Aktie soll am 03. Juli erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 01. Juli.

Das Chorus-Geschäftsmodell ist mit dem der im Kleinwerteindex SDax gelisteten Capital Stage aus Hamburg vergleichbar. Chorus hat nach eigenen Angaben seit 2006 bestehende Solar- und Windanlagen von Entwicklern wie PNE Wind für 673 Millionen Euro gekauft. Bisher kam das Geld dafür aus KG- und Spezialfonds.

Die Kommanditgesellschaften (KG) wurden Ende 2014 in der AG gebündelt. Die mehreren tausend Fondsanleger, denen Chorus hohe einstellige Renditen versprochen hatte, erhielten Aktien. Sie halten vor dem Börsengang 60,5 Prozent an Chorus. 20,7 Prozent liegen bei Firmengründer Peter Heidecker.

Nach der Erstnotiz sollen rund 86 Prozent im Streubesitz sein. Die neuen Aktionäre lockt das Unternehmen mit Dividenden, mit denen ein „signifikanter“ Teil des Gewinns ausgeschüttet werden soll. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Chorus bei einem Pro-forma-Umsatz von 55 Millionen Euro einen Nettogewinn von 4,9 Millionen Euro.

Parallel buhlen auch die Wohnungsgesellschaft ADO Properties und der Edelsteinschmuck-Hersteller Elumeo um die Gunst der Anleger. Bei ADO ist die Erstnotiz für den 30. Juni geplant, bei Elumeo wie bei Chorus für den 03. Juli. Noch vor der Sommerpause wollen auch die aus der Hypo Real Estate hervorgegangene Deutsche Pfandbriefbank (pbb) und der Wagniskapitalfinanzierer German Start-ups an die Börse in Frankfurt gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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