Eon-Tochter Uniper
Börsengang mit Hindernissen

Geld wird Eon der Börsengang von Uniper nicht einbringen – das Management hofft nur auf nicht zu viel Verlust. Auf Milliardenabschreibungen ist man trotzdem gefasst. Und hofft auf die Schnäppchenjäger.

DüsseldorfFür die Eon-Kraftwerkstochter Uniper dürfte der Börsenstart kommende Woche alles andere als eine Party werden. Etliche Eon-Eigner werden die ihnen zugeteilten Uniper-Aktien so schnell wie möglich wieder abstoßen und könnten damit den Kurs gehörig unter Druck bringen. Damit drohen dem Mutterkonzern Eon weitere Abschreibungen auf seinen Uniper-Anteil. „Das macht das Management ziemlich nervös“, sagte eine mit dem Börsengang vertraute Person.

„Wird man genug Käufer für die großen Aktienpakete finden, die auf den Markt geworfen werden?“ Diese Aufgabe haben die Investment-Banker von JP Morgan, Morgan Stanley und Citigroup – und es ist keine leichte. Uniper kämpft mit dem Image der Resterampe. Mutter Eon will sich künftig auf das lukrative Ökostromgeschäft konzentrieren.

Die Uniper-Aktien sollen am 12. September zum ersten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Geld nimmt Eon dabei nicht ein. Der Energiekonzern legt 53,35 Prozent der Uniper-Anteile – das sind 195,2 Millionen Aktien – seinen eigenen Aktionären ins Depot. Sie erhalten am Wochenende für je zehn Eon-Aktien eine Uniper-Aktie. Rund ein Viertel dieser Aktien landen bei Fonds, die nur den Aktienindex Dax abbilden. Uniper wird aber nicht wie die Mutter Eon Bestandteil des Leitindex sein, deshalb müssen die Fonds die Aktien beim Börsenstart oder in den Tagen danach wieder auf den Markt werfen.

Auch Eon-Chef Johannes Teyssen rechnet mit einem turbulenten Börsenstart: „Wir werden am ersten Tag weiche Hände sehen, die Uniper rasch verkaufen, ganz klar“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Mit Argusaugen wird er daher auf die Kursentwicklung blicken.

Branchenexperten gehen von einem Firmenwert von vier Milliarden bis 5,5 Milliarden Euro aus. Rechnerisch würde eine Uniper-Aktie dann elf bis 15 Euro kosten. Die Anteile stehen aber mit elf bis zwölf Milliarden Euro in der E.on-Bilanz. Nach der Börsennotierung muss Eon den Wert neu überprüfen. Liegt der Börsenkurs wie erwartet deutlich darunter, drohen erneute Abschreibungen. Bereits Mitte August hatte Eon den Wert der Beteiligung um rund drei Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Nach der Ansicht von Fonds-Manager Thomas Deser von Union Investment könnten Investoren mit Uniper aber auch ein Schnäppchen machen. „Eine Reihe von Fondsmanagern lauern auf einen Kursverfall, um günstig einzusteigen.“ Ob Union Investment seine rund 62 Millionen Uniper-Aktien mittelfristig halten werde, hänge vom Kursniveau ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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