Innogy-Börsengang
RWE hofft auf zwei Milliarden Euro

Der Energiekonzern RWE hat Details zum nächsten großen Energie-Börsengang in Deutschland veröffentlicht. Nach Eon spaltet auch der Rivale eine Sparte ab – und das soll nicht alles sein.
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FrankfurtDie RWE-Ökostromtochter Innogy strebt mit großen Schritten an die Frankfurter Börse. „Die Vorbereitungen des Innogy-Börsengangs liegen sehr gut im Plan“, erläuterte RWE-Chef Peter Terium, der auf den Chefposten von Innogy wechseln wird, am Montag.

Über eine Kapitalerhöhung sollen zunächst rund zehn Prozent neue Innogy-Aktien ausgegeben werden. Damit sollen etwa zwei Milliarden Euro erlöst werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet. Zudem sei beabsichtigt, im gleichen Schritt weitere Aktien aus dem Portfolio der RWE AG zu platzieren. Die exakte Anzahl der Anteile, die hierbei veräußert werden, werde zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Der Gang an die Börse soll - wie geplant - im vierten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung fließen den Angaben zufolge auf das Konto von Innogy. Die Gelder sollen überwiegend in wachstumsstarke Geschäftsfelder wie Erneuerbare Energien investiert werden, betonte Terium. Für die Jahre 2016 bis 2018 seien Investitionen von rund 6,5 Milliarden Euro in die Energiewende vorgesehen. Einnahmen aus dem Verkauf von Bestandsaktien sollen dagegen in die Kasse von RWE wandern.

In der neuen Tochter Innogy sind das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und der Vertrieb gebündelt. Der Mutterkonzern RWE konzentriert sich dagegen auf die Stromerzeugung aus Gas und Kohle sowie den Energiehandel. Auch die Atomkraftwerke bleiben bei dem Dax-Konzern. Die neue Tochter Innogy nimmt rund 40.000 der insgesamt etwa 60.000 Beschäftigten auf. Auf Basis des kombinierten Jahresabschlusses 2015 setzte Innogy rund 46 Milliarden Euro um und erzielte dabei ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro.

Das bereinigte Nettoergebnis soll zu 70 bis 80 Prozent an die Anteilseigner als Dividende ausgeschüttet werden, kündigte Innogy an. Auch nach dem geplanten Börsengang will RWE Mehrheitseigentümerin von Innogy bleiben. Federführend begleitet wird der Gang an den Aktienmarkt von der Deutschen Bank und Goldman Sachs.

Der größte RWE-Wettbewerber Eon bringt am Montag seine Tochter Uniper SE auf das Parkett in Frankfurt, die das Geschäft mit konventioneller Energie umfasst.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • EON und RWE zerlegen gerade ihr Marktmodell in sämtliche Einzelteile. Der Ausverkauf hat somit begonnen. Eine marktfeindliche Energiewende = EEG macht es möglich und die Manager von EON und RWE wie auch ENBW Vernichten damit bewusst ihre Unternehmen und begeben sich von der Privatwirtschaft in die Staatswirtschaft eines DDR Planwirtschaftsystem.
    Energiewende = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann kommt der Betrug/Selbstbetrug (marktfeindliches EEG) danach kommt der Mangel (instabile Stromnetze und steigende Strompreise) und zum Schluss kommt die Armut (unbezahlbare Strompreise bei gleichzeitiger Stromrationierung/Ausfällen).
    EEG abschaffen! Danke!

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